Ausstellung-Verkauf zugunsten der Kriegsblinden — Geschichte & Fakten
Was zuerst ins Auge fällt, sind nicht die fetten Buchstaben, sondern die stille Intimität der Figuren, die in sanften, suchenden Linien dargestellt sind. Ein Mann, dessen Augen geschlossen oder gesenkt sind, zieht zwei Kinder nah zu sich; ihre Gesichter strahlen, ihre Ausdrücke sind sanft, als würden sie ihn nach vorne führen. Hinter ihnen schwebt eine gespenstische weibliche Figur, deren Präsenz sowohl schützend als auch traurig ist.
Die Hand des Künstlers ist in jedem Strich sichtbar, die Graphitlinien bleiben locker und lebendig, was sowohl Unmittelbarkeit als auch Sorgfalt suggeriert. Die Farbpalette ist gedämpft, die einzige Wärme kommt von den erröteten Wangen der Kinder und dem schwachen Farbton ihrer Kleidung, der den Betrachter in eine Welt zieht, in der Zärtlichkeit und Verlust koexistieren. Dieses Bild gehört unmissverständlich zu Frankreich im Jahr 1917, als der Erste Weltkrieg tiefe Narben im Zivilleben hinterlassen hatte. Plakate wie dieses, geschaffen von Künstlern wie Théophile Alexandre Steinlen, waren mehr als Werbung; sie waren Aufrufe zur Solidarität, die die Öffentlichkeit mobilisierten, um die blinden Opfer des Krieges durch Wohltätigkeitsausstellungen zu unterstützen.
Der Text, der ebenso Teil der Komposition ist wie die Figuren, verankert das Bild in seinem historischen Moment: einem Fundraising-Verkauf in der Galerie Nunès et Fiquet, dessen Erlös den im Kampf Erblindeten zugutekam. Die Geschichte hat nur wenige Spuren einzelner Plakate wie dieses hinterlassen, aber ihr Zweck war dringend und klar: Kunst in Aktion und Mitgefühl in Hilfe zu verwandeln. Je länger man schaut, desto mehr scheint die Umarmung der Zeichnung über den Rahmen hinaus zu reichen und lädt einen ein, sich die Leben vorzustellen, die sie zu verändern hoffte.
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