Fine Art

Dolder, Zürich – Dolderbahn — Geschichte & Fakten

Ein Schwung von Farbe zieht zuerst das Auge an: Der Horizont brennt mit einem Streifen aus Orange und Gold, als ob das Land selbst eine geheime Wärme unter den kühlen Schatten des Parks ausstrahlt. Die Gartenterrasse mit ihrem geschwungenen Geländer und verstreuten Bänken lädt den Betrachter ein, neben den Figuren zu verweilen: eine sitzt in Kontemplation, ein anderes Paar schlendert unter den Bäumen. Die Geometrie der Landschaft ist absichtlich: Dunkles Laub rahmt die offenen, leuchtenden Rasenflächen, während die fernen Alpen in klarer Silhouette aufsteigen, ihre schneebedeckten Gipfel leuchtend gegen den Himmel.

Die Hand von Emil Cardinaux ist unverkennbar in den kühnen, flachen Farbflächen und der dekorativen Klarheit, die ein einfaches Eisenbahnposter in eine Vision von Freizeit und Flucht verwandelt. Um 1909, als dieses Plakat entstand, wurde das Reisen und der Tourismus in der Schweiz für eine neue städtische Mittelschicht neu erdacht. Die Dolderbahn, eine Standseilbahn, verband die Stadtbewohner von Zürich mit den grünen Höhen und großen Hotels darüber und versprach sowohl Bequemlichkeit als auch einen Hauch von Malerischem. Solche Plakate waren mehr als Werbung: Sie waren Einladungen zur Modernität, die das Versprechen von Geschwindigkeit (Züge alle sechs Minuten, wie der Text stolz verkündet) mit der Romantik der Landschaft verbanden.

Die Geschichte hat nur wenige Spuren individueller Reisen hinterlassen, aber Werke wie dieses überleben als Fenster in eine Welt, in der Kunst, Reisen und Streben auf der gedruckten Seite zusammentrafen. Lassen Sie Ihren Blick zum Horizont zurückkehren: Cardinaux' Farben halten immer noch das Versprechen der Ankunft.

Mehr Werke von Emil Cardinaux

Mehr Kunst von Landschaft