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Berne-Lötschberg-Simplon — Geschichte & Fakten

Ein schwindelerregendes Gefühl von Höhe ergreift den Betrachter sofort: Die Welt fällt unter dem Blickwinkel weg, als stünde man am Rand eines Wagenfensters, der Boden des Tals entfaltet sich in geometrischen Mustern weit darunter. Der Künstler, Emil Cardinaux, nutzt die scharfe Diagonale der Eisenbahnschiene und die kühne Vertikale eines Telegraphenmasts, um die Landschaft zu durchschneiden und das Auge vom unmittelbaren Vordergrund in die weite, sonnenbeschienene Ausdehnung der Schweizer Alpen zu führen. Die Farbpalette besteht aus Ockertönen und Rosatönen, mit schneebedeckten Gipfeln, die gegen einen blassen Himmel leuchten, während das Tal in ordentlichen Flecken dargestellt wird, die auf Landwirtschaft und menschliche Präsenz hinweisen.

Der darüber gespannte elektrische Draht ist nicht nur ein technisches Detail – er signalisiert die Modernität der Eisenbahn, ein Lebensfaden, der durch die alten Berge zieht. Dieses Werk, das 1921 geschaffen wurde, gehört zu einer Welt, in der Plakate nicht nur Werbung waren, sondern Einladungen zum Abenteuer, die Geschwindigkeit und Spektakel einer neuen Reiseklasse versprachen. Die hier gefeierte Linie Bern-Lötschberg-Simplon war ein Wunderwerk der Ingenieurskunst des frühen 20. Jahrhunderts, das die Alpen sowohl für den Tourismus als auch für den Handel öffnete.

Solche Plakate, oft von Eisenbahngesellschaften in Auftrag gegeben, prägten das Bild der Schweiz als Reiseziel: sauber, zugänglich und aufregend vertikal. Heute in der Sammlung SBB Historic erhalten, ist dieses Bild ein Fenster in eine Ära, in der der Romantik des Reisen mit dem Zug auf ihrem Höhepunkt war – schauen Sie noch einmal hin, und Sie könnten den Wind und die Möglichkeiten spüren.

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