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Blumen, Obst und Krug — Geschichte & Fakten

Was zuerst ins Auge fällt an Blumen, Früchte und Krug von Alexej von Jawlensky, ist die Kühnheit seiner Farben: Blumen explodieren in flüssigem Orange, ihre Formen von einem entschlossenen, fast skulpturalen Blau umrandet. Die Komposition ist ein Aufruhr von Kontrasten, mit kühlen, schattigen Blättern, die sich gegen einen Hintergrund drücken, der mit Violett und Pflaume pulsiert. Jedes Objekt — der Krug, die Schüssel mit Beeren, die verstreuten Früchte — wird nicht als Studie des Realismus dargestellt, sondern als Gefäß für reine Farbe und Energie.

Das Licht fällt nicht natürlich; stattdessen elektrisiert es, macht den Raum flach und lässt jede Form mit ihrem eigenen inneren Leben pulsieren. Die Farbpalette schafft eine Stimmung unruhiger Fülle, als wäre der Tisch selbst im Moment kurz vor einem Festmahl gefangen. Gemalt im Jahr 1909, gehört dieses Werk zu einer Welt im Umbruch, als Künstler in ganz Europa mit Traditionen brachen und nach neuen Wegen suchten, zu sehen. Stillleben wie dieses, einst das stille Reich niederländischer Händler und bürgerlicher Salons, wurden zu einem Labor, in dem moderne Maler die Grenzen von Form und Empfindung testen konnten.

Jawlensky arbeitete zu dieser Zeit in München, Teil des Aufbruchs, der bald die Expressionistische Bewegung hervorbringen würde. Die Nationalgalerie von Slowenien besitzt jetzt dieses Stück (NGS1363), ein lebendiges Zeugnis dieser unruhigen Ära. Schau dir die Blumen noch einmal an: Sie sind nicht mehr nur Dekoration, sondern eine Erklärung dessen, was Malerei werden könnte.

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