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Untersee und Rhein — Geschichte & Fakten

Ein einzelner, majestätischer Baum schneidet den Himmel, sein Stamm verankert den Betrachter im Vordergrund, während sich die Welt des Untersees und des Rheins in einem Schwung von Farben und Ruhe darunter entfaltet. Das Auge wird zuerst von der kühnen Geometrie der Komposition angezogen: der Baum, die Kurve des Hügels, der gewundene weiße Weg und schließlich das entfernte Schimmern des Wassers. Zwei Figuren liegen in der unteren rechten Ecke, ihre entspannte Haltung und modischen Hüte deuten auf Freizeit und das Versprechen von Flucht hin.

Die Palette—üppige Grüntöne, goldene Felder und das kühle Blau des Sees—schafft eine Stimmung von gelassener Fülle, während die fernen Dörfer und verstreuten roten Dächer auf eine Landschaft hinweisen, die sowohl bewohnt als auch idyllisch ist. Dies ist keine Szene des Dramas, sondern der Einladung: die Landschaft als ein Ort zum Verweilen, zum Atmen, zum Schauen. Um 1919 geschaffen, gehört Untersee und Rhein von Emil Cardinaux zu einer Welt, in der Reiseposter und Landschaftsansichten sowohl Kunst als auch Werbung waren, entworfen, um Stadtbewohner in die heilende Natur zu locken. In der Schweiz zu Beginn des 20.

Jahrhunderts wurden solche Werke von regionalen Tourismusverbänden—hier der Thurgau Verkehrsvereinigung—beauftragt, um das Versprechen von Gesundheit und Schönheit an Orten wie Berlingen zu fördern. Cardinaux, bekannt für seine grafische Klarheit und moderne Farben, half, die visuelle Sprache des Schweizer Tourismus zu definieren, zu einem Zeitpunkt, als Zugreisen und Freizeitferien die Gesellschaft umgestalteten. Die Geschichte hat nur wenige Spuren der Reise dieses speziellen Posters hinterlassen, aber sein Zweck ist klar: dich nach der Kurve dieses Weges, der Kühle des Sees und der stillen Gesellschaft unter einem Baum verlangen zu lassen.

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