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Allegorie der Freude und der Melancholie — Geschichte & Fakten

Eine Krone aus frischen Blumen und ein Becher, der mit Rotwein überquillt: Das sind nicht nur Requisiten, sondern Signale, die uns in die aufgeladene Begegnung im Herzen von Allegorie der Freude und der Melancholie ziehen. Die junge Figur, mit geröteten Wangen und konzentrierten Augen, hebt ihr Glas ins Licht, die Flüssigkeit darin fängt einen warmen Glanz ein, der Freude zu versprechen scheint. Doch direkt hinter ihr, im Schatten und gebeugt, stützt sich eine ältere Frau auf ihren Ellbogen, ihr Gesicht ist hager und ihr Blick schwer von Müdigkeit oder Bedauern.

Der Kontrast ist sofort und theatralisch – eine Figur, die von Vergnügen belebt wird, die andere, die von Trauer belastet ist – und lädt den Betrachter ein, über das unbehagliche Gleichgewicht zwischen diesen beiden Zuständen nachzudenken. Gemalt 1628 von Abraham Janssens, gehört dieses Werk zu einer Welt, in der die Allegorie eine bevorzugte Sprache war, um die Extreme menschlicher Erfahrung zu erkunden. Die üppige, fast taktile Darstellung des Kranzes der jungen Frau und die schimmernden Falten ihres Kleides zeugen von der Beherrschung des Malers über Textur und Licht, während die raueren Züge der älteren Frau und ihre abgetragenen Kleider die Szene in eine härtere Realität verankern. Die Komposition zieht das Auge vom exuberanten Gestus des erhobenen Glases zur knorrigen Äste darüber, dann hinunter zum zerrissenen Ärmel und der resignierten Haltung der Melancholie.

Im frühen 17. Jahrhundert wurden solche Bilder oft von gelehrten Mäzenen in Auftrag gegeben, die sich an Rätseln und moralischen Lehren erfreuten; hier bleibt es dem Betrachter überlassen, die flüchtigen Freuden der Freude gegen die beständige Präsenz der Trauer abzuwägen. Jetzt im Ashmolean Museum aufbewahrt, steht dieses Gemälde als lebendiges Zeugnis einer Zeit, die die Gegensätze des Lebens nicht als Widersprüche, sondern als Partner im selben Tanz betrachtete.

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