Nepenthaceae (Kannenpflanzen) — Geschichte & Fakten
Krüge in Pink, Rot, Creme und marmoriertem Braun hängen von einem Gewirr aus blättrigen, sich windenden Stängeln. Jeder hat einen gerippten, kragenartigen Rand und einen herzförmigen Deckel; bei den jungen Krügen nahe dem Boden ist der Deckel noch geschlossen, während drahtige, dunkle Ranken über den weißen Grund verstreut sind. Ernst Haeckel entwarf die Platte 62 von Kunstformen der Natur (Kunstformen in der Natur), und Adolf Giltsch aus Jena verwandelte sie in eine Farb-Lithografie. Haeckels Text besagt, dass diese kletternde Kannenpflanze, Nepenthes melamphora, am 4.
Januar 1901 an den Tjiburrum-Wasserfällen im Regenwald von Java gefunden und im nahegelegenen Labor in Tjibodas lebendig gemalt wurde; die Platte zeigt sie um ein Drittel verkleinert. Die Krüge sind keine Blumen, sondern die oberen Teile der Blattstiele, die dazu gebaut sind, Insekten und andere kleine Tiere zu fangen. Haeckel verglich den Deckel mit dem Deckel eines Bierkrugs: einmal geöffnet, wölbt er sich über die Öffnung und hält den Regen ab. Er zählte etwa fünfzig bekannte Arten von Nepenthes, alle aus sumpfigem Gelände in den östlichen Tropen.
Kunstformen der Natur wurde erstmals in Leipzig und Wien vom Bibliographischen Institut in Lieferungen von zehn Platten zwischen 1899 und 1904 veröffentlicht.
















