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Böcklin In den pontinischen Sümpfen — Geschichte & Fakten

Das Licht strömt von links herein, aber das Herz der Szene ist ein dichter, fast undurchdringlicher Dickicht aus Bäumen, deren Laub mit einem Gewicht und einer Präsenz dargestellt ist, die den Betrachter in ihren Schatten zieht. Das Auge wird zuerst von den sonnenbeschienenen Steinen und dem ockerfarbenen Boden im Vordergrund angezogen, dann entlang des gewundenen Pfades geleitet, der in der Dunkelheit unter den Bäumen verschwindet. Der Kontrast zwischen dem offenen, wolkengefüllten Himmel und der düsteren Masse der Vegetation erzeugt eine Spannung, die auf Geheimnisse hinweist, die in den Pontinischen Sümpfen verborgen sind, dem Namensgeber des Gemäldes.

Jeder Pinselstrich im Laub scheint die Wildheit der Natur zu signalisieren, während die scharfen, kantigen Felsen in der Sonne den Widerstand des Landes gegen die Kultivierung andeuten. Gemalt im Jahr 1851, gehört Böcklin In den pontinischen Sümpfen zu einer Zeit, in der Künstler in ganz Europa ihren Blick auf die Landschaft richteten, nicht nur als Kulisse für menschliches Drama, sondern als ein Thema mit eigenen Geheimnissen und Stimmungen. In der jungen Schweizerischen Eidgenossenschaft, wo dieses Werk später im Kunsthaus Zürich ausgestellt wurde, hallten solche Gemälde das Interesse der Epoche an Ungezähmtem und Malerischem wider und dienten oft als Meditationen über die Kraft und Unberechenbarkeit der Natur. Wenige Spuren der frühen Geschichte des Gemäldes sind erhalten geblieben, aber seine Präsenz in der Ausstellung von 1998 “Von Anker bis Zünd, Die Kunst im jungen Bundesstaat 1848 - 1900” verankert es fest im Kontext einer Nation—und einer Kunstwelt—die nach Identität in der Wildheit des Landes sucht.

Je länger man schaut, desto mehr scheinen die Schatten sich zu vertiefen und laden dazu ein, sich vorzustellen, was sich gerade außerhalb des Lichtstrahls befinden könnte.

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