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Nymphe mit Füllhorn — Geschichte & Fakten

Das Erste, was ins Auge fällt bei Nymphe mit Horn der Fülle, ist die Art und Weise, wie die Figur sowohl Teil der Erde zu sein scheint als auch von ihr getrennt ist, ihr blasser Rücken, der aus einem Wandteppich aus Braun und Grün hervorragt. Eine Nymphe, gekrönt mit einem Kranz aus Blättern, steht am Rand eines moosbedeckten Ufers, ihr Körper vom Betrachter abgewandt, als wäre sie in einer Träumerei gefangen. Sie greift nach einem hohen, blühenden Stängel, ihre Geste ist sowohl zart als auch bestimmt, während das Horn der Fülle in ihrem rechten Arm Blüten und Früchte auf den Boden fallen lässt.

Der Schimmer ihres durchsichtigen Drapierungsstoffs und die verstreuten Blütenblätter deuten auf eine Welt hin, die zwischen Mythos und Wachleben schwankt, wo Überfluss so zerbrechlich ist wie das Licht, das ihre Haut berührt. Gemalt im Jahr 1866, gehört dieses Werk von Arnold Böcklin zu einem Moment, in dem Künstler in ganz Europa den Reiz von Mythos und Natur neu entdeckten. Böcklin, ein Schweizer Maler, wurde bekannt für seine traumhaften Visionen und seine Faszination für alte Geschichten, oft das Reale mit dem Imaginären vermischend. In der Mitte des 19.

Jahrhunderts waren solche Gemälde bei Sammlern gefragt, die nach Szenen suchten, die eine Flucht aus der industrialisierenden Welt versprachen und stattdessen eine Vision von arkadischem Frieden oder heidnischem Geheimnis boten. Heute befindet sich Nymphe mit Horn der Fülle in der Sammlung des Kunstmuseum Basel, ein stilles Zeugnis einer Zeit, in der die Kunst die Betrachter einlud, in den Grenzbereichen zwischen Geschichte und Fantasie zu verweilen – so wie diese Nymphe am Rand ihres eigenen verzauberten Hains verweilt.

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