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Der Wahnsinn der Bonbons Jacquin — Geschichte & Fakten

Ein Farbenrausch bricht aus der Dunkelheit hervor, als ob der Geist der Pariser Festlichkeit in einen Wirbelwind aus Süßigkeiten gerissen worden wäre. Die Figur in der Mitte, halb Tänzerin, halb Harlekin, ist inmitten eines Spins gefangen, die Arme überquellend mit Schachteln voller Bonbons, die in unmöglicher Fülle wanken und fallen. Ihr Kostüm, ein Wasserfall aus roten, gelben, blauen und weißen Bändern, strahlt nach außen und spiegelt die Verpackungen und Bänder der Süßigkeiten wider, die sie trägt.

Der Künstler lenkt deinen Blick auf ihr verspieltes, verschwörerisches Lächeln – sie ist sowohl die Zirkusdirektorin als auch die Komplizin in diesem Karneval des Genusses. Der tiefschwarze Hintergrund isoliert sie, wodurch die Explosion von Farbe und Bewegung umso elektrisierender wird, als ob sie aus einem Traum oder von einer Bühne direkt in deinen Weg gesprungen wäre. Im Jahr 1926 geschaffen, gehört La Folie des Bonbons Jacquin zu einem goldenen Zeitalter der kommerziellen Plakatkunst, als Werbung nicht nur funktional, sondern eine Form des öffentlichen Spektakels war. Im Paris der 1920er Jahre verwandelten Plakate wie dieses – in Auftrag gegeben von Süßwarenherstellern, Kabaretts und Luxusmarken – die Wände der Stadt in Freiluftgalerien.

Leonetto Cappiello, der in Italien geborene Meister des Genres, war bekannt für seine mutigen, theatralischen Designs, die die Aufmerksamkeit selbst des hastigsten Passanten auf sich ziehen konnten. Dieses Werk, das heute in der Bibliothèque nationale de France aufbewahrt wird, ist ein Zeugnis für den Glauben dieser Ära an die Macht des Bildes, zu bezaubern und zu überzeugen. Die Exuberanz des Plakats lädt uns auch fast ein Jahrhundert später ein, uns einen Moment lang in der puren Freude an Süßigkeiten und Spektakeln zu verlieren.

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