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Porträt von Phyllis Sjöström — Geschichte & Fakten

Ein Wirbel aus Pinselstrichen empfängt den Betrachter, als hätte der Künstler das Modell mitten im Gedanken erwischt und die Farbe ihre wechselnden Stimmungen verfolgen lassen. In Porträt von Phyllis Sjöström zieht das elektrische Blau, das sich spiralförmig durch die Mitte zieht, das Auge an, ein Energieschub gegen die erdigen Rottöne und Grüntöne, die hinter und um sie herum wirbeln. Das Gesicht tritt nur allmählich aus diesem Farbgewitter hervor: halb geformt, nachdenklich, als wäre das Modell sowohl präsent als auch im Verschwinden begriffen.

Die Hand an ihrer Wange ist eine Geste des Nachdenkens oder der Müdigkeit, während die lockere, fast wilde Anwendung der Farbe einen flüchtigen Moment suggeriert, der festgehalten wurde, bevor er sich in Klarheit setzen konnte. Jede Farbe scheint ihre eigene Trägheit zu haben, die den Betrachter tiefer in den unsicheren Ausdruck des Modells zieht. Gemalt im Jahr 1914, gehört dieses Werk zu einer Welt am Rande der Transformation, sowohl in der Kunst als auch in der Gesellschaft. Zu Beginn des 20.

Jahrhunderts brachen Künstler wie Akseli Gallen-Kallela mit akademischen Traditionen und umarmten rohe Emotionen und die sichtbare Spur der Hand des Künstlers. Porträts dieser Zeit wurden oft von Familien in Auftrag gegeben oder für persönliche Kreise gemalt, aber hier spricht die Technik ebenso laut wie die Ähnlichkeit – ein Zeugnis für sich wandelnde Ideen über Identität und Repräsentation. Heute im Rauma Kunstmuseum untergebracht, steht dieses Gemälde als lebendiger Hinweis darauf, dass die Geschichte nur wenige Spuren des Modells selbst hinterlassen hat, aber die Energie ihrer Präsenz, wie sie von Gallen-Kallela heraufbeschworen wird, sich weigert zu verblassen.

Lass deinen Blick verweilen: je länger du schaust, desto mehr scheint die Farbe sich zu bewegen.

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