Selbstporträt mit dem Porträt seiner Frau, Margaretha van Rees, und ihrer Tochter Maria — Geschichte & Fakten
Was den Betrachter zuerst anzieht, ist nicht das Gesicht des Malers, sondern der Goldschimmer auf seiner Brust: eine schwere Medaille, unmissverständlich prominent, die das Bild von Johan Wilhelm, Kurfürst von der Pfalz, trägt. Der Künstler, Adriaen van der Werff, präsentiert sich im Halbporträt, gehüllt in prächtige Stoffe, deren Falten das Licht mit fast theatralischer Präzision einfangen. Doch sein Blick ist fest und privat, als ob er uns einlädt, sowohl sein Handwerk als auch seinen Stolz zu bezeugen.
In seiner linken Hand balanciert er ein gerahmtes Porträt seiner Frau, Margaretha van Rees, und ihrer jungen Tochter Maria—seine Familie, mit der gleichen Sorgfalt dargestellt wie die Palette und die Pinsel, die er in der rechten hält. Die Komposition ist ein cleveres Spiel mit Präsenz und Abwesenheit: van der Werff steht leibhaftig vor uns, während seine Frau und sein Kind nur als gemalte Bilder innerhalb des Bildes erscheinen. Margarethas sanfte Hand und Marias neugierige Augen strecken sich aus den Grenzen ihres Rahmens und verwischen die Grenze zwischen Dargestelltem und Betrachter. Der Samt und die Seide von van der Werffs Kleidung spiegeln die luxuriösen Texturen des kleineren Porträts wider, während der gedämpfte Hintergrund die gesamte Aufmerksamkeit auf diese drei Leben lenkt, die durch die Kunst miteinander verbunden sind.
Die Werkzeuge des Malers—Palette, Pinsel und der Akt des Malens selbst—werden sowohl zum Sujet als auch zum Symbol, eine Erinnerung daran, dass jede familiäre Ähnlichkeit letztlich ein Werk der Schöpfung ist. Gemalt im Jahr 1699, gehört dieses Selbstporträt zu einer Welt, in der Künstler begierig waren, ihren Status und ihr Können zu behaupten, oft indem sie ihre Verbindungen und persönlichen Errungenschaften zur Schau stellten. Die Medaille signalisiert van der Werffs Verbindungen zur adligen Patronage, ein Zeichen der Unterscheidung auf dem wettbewerbsintensiven Kunstmarkt der Republik der Niederlande. Solche Gemälde waren sowohl intime Andenken als auch öffentliche Erklärungen, geschaffen für privaten Stolz und beruflichen Ruf gleichermaßen.
Heute befindet sich das Werk im Rijksmuseum, ein Zeugnis der Faszination der Epoche für die doppelte Rolle des Künstlers als Schöpfer und Subjekt. Schau noch einmal hin und achte darauf, wie das stille Selbstvertrauen des Malers in den Schatten verweilt und uns einlädt, die Welt hinter dem Rahmen zu erahnen.
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