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Zoologischer Garten München — Geschichte & Fakten

Ein einzelner Flamingo, in einem kräftigen, fast elektrischen Rot dargestellt, dominiert das Feld aus tiefem Schwarz in Zoologischer Garten München von Ludwig Hohlwein. Der verlängerte Hals des Vogels biegt sich in einem perfekten Bogen, der die Eleganz und die seltsame Geometrie widerspiegelt, die Flamingos zu einem beliebten Motiv der Plakatkunst des frühen 20. Jahrhunderts machten.

Jede Feder wird auf einige scharfe Striche reduziert, doch es geht nichts verloren: die Haltung des Tieres, sein leicht gebeugtes Knie und die nach unten geneigte Schnauze erzeugen ein Gefühl von sowohl Stillstand als auch Wachsamkeit. Das Auge wird zuerst von der unmöglichen Helligkeit des Körpers angezogen, dann entlang der unmöglich langen Beine zu den klaren, weißen Buchstaben, die den Münchener Zoo ankündigen. Dies ist nicht nur eine Werbung – es ist eine Einladung, ein Versprechen, dass das Exotische und das Außergewöhnliche direkt jenseits der Stadtstraßen warten. Werke wie dieses entstanden in einer Welt, in der das Plakat König war: In den frühen Jahrzehnten des 20.

Jahrhunderts wurden die Straßen europäischer Städte zu Freiluftgalerien, und Künstler wie Hohlwein verwandelten kommerzielle Aufträge in Ikonen modernen Designs. Farblithografie ermöglichte diese gesättigten, flachen Farbflächen und scharfen Silhouetten, die Bilder aus der Ferne sichtbar und aus der Nähe unvergesslich machten. Der selbstbewusste Minimalismus des Plakats und die verspielte Typografie sprechen von der Faszination der Epoche sowohl für die natürliche Welt als auch für die Kraft der grafischen Kunst, den öffentlichen Geschmack zu formen.

Jetzt Teil der Sammlung Marc Wegner in Berlin, überlebt dieses Blatt als lebendiger Nachweis einer Zeit, in der ein Flamingo einen Passanten in seinem Lauf stoppen konnte – so wie er dich jetzt stoppen könnte.

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