Das Grammophon — Geschichte & Fakten
Das Erste, was ins Auge fällt bei El Gramophone, ist der schlaue Witz, der hier am Werk ist: Drei Richter in ihren roten Roben lehnen sich vor, ihre Gesichter in Haltungen von Skepsis und Nachdenklichkeit, als würden sie das Schicksal des goldenen Grammophons unter ihnen abwägen. Ihre übertriebenen Ausdrücke—einer mit dem Kopf in der Hand, ein anderer mit dem Kinn auf der Faust—verwandeln den Gerichtssaal in eine Bühne, und das Grammophon in einen Angeklagten, der auf sein Urteil wartet. Das mutige, fast theatralische Licht verleiht dem Grammophon eine strahlende, zentrale Präsenz, sein helles Horn überstrahlt das düstere Holz und den dunklen Hintergrund und deutet darauf hin, dass diese neue Maschine nicht nur eine Kuriosität ist, sondern eine Kraft, die Aufmerksamkeit und Urteil verlangt.
Die Komposition lenkt den Blick des Betrachters von den gerunzelten Stirnen der Richter hinunter zu dem leuchtenden Horn und lädt uns ein, die ungehörte Musik vorzustellen, die selbst den strengsten Kritiker beeinflussen könnte. Dieses Plakat, das 1905 entstand, stammt aus dem goldenen Zeitalter der Werbelithografie, als Künstler wie Leonetto Cappiello alltägliche Produkte mit Witz und Stil in Ikonen verwandelten. Das Grammophon, ein Wunder der Technologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wurde als „die beste sprechende Maschine“ beworben—die beste sprechende Maschine—zu einer Zeit, als der aufgezeichnete Klang noch ein Wunder war.
Solche Plakate wurden von Herstellern in Auftrag gegeben und in Schaufenstern und Straßen der Stadt ausgestellt, um ein Publikum zu verblüffen, das hungrig nach Neuheiten war. In Paris von Vercasson & cie gedruckt und jetzt von der Bibliothèque nationale de France aufbewahrt, ist dieses Werk ein lebendiges Zeugnis einer Ära, in der die Grenzen zwischen Kunst, Handel und Erfindung so fließend und überraschend waren wie die Musik, die aus dem Horn eines Grammophons strömt. Schau dir diese Richter noch einmal an: Sind sie überzeugt oder kurz davor, es zu sein?
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