Fine Art

Noch nicht hasenrein — Geschichte & Fakten

Neugier prickelt in jeder Linie und jedem Schnurrhaar von Noch nicht hasenrein, wo ein Quartett von Dackeln sich unter einem grünen Samtsessel versammelt, die Augen auf die darüber schwebende Beute gerichtet. Die Körper der Hunde bilden eine lebhafte Pyramide der Vorfreude, jede Pose fängt einen anderen Farbton von Sehnsucht und Verwirrung ein. Der Künstler, Carl Reichert, erfreut sich an den Details: dem abgenutzten Sessel, dem Glanz der Messingnägel, dem gut gebrauchten Jagdgewehr, das bereit angelehnt ist.

Licht sammelt sich auf dem glänzenden Fell der Hunde und lenkt den Blick des Betrachters nach oben zur Hase, still und unerreichbar, ein Preis, der gerade außerhalb der Reichweite ist. Die Farbpalette ist warm und häuslich, doch die Komposition vibriert mit der Spannung von Instinkt und Disziplin – diese Hunde, die für die Jagd gezüchtet wurden, sind ihres Moments beraubt. Das 1897 gemalte Werk gehört zu einer Welt, in der Tierporträts und Jagdszenen bei der europäischen Bourgeoisie auf begeisterte Zuhörer stießen. Solche Gemälde waren oft für die Salons und Arbeitszimmer der Wohlhabenden bestimmt und feierten sowohl die Tiere selbst als auch die Rituale des ländlichen Sports.

Carl Reichert war bekannt für seine akribischen Tierstudien, und hier balanciert er Humor mit Beobachtung, indem er die Persönlichkeiten seiner vierbeinigen Modelle so lebhaft einfängt wie jeden menschlichen Porträtierten. Obwohl die Geschichte nur wenige Spuren dieses speziellen Gemäldes über dessen Auftritt im Dorotheum hinaus hinterlassen hat, steht es als lebendiges Zeugnis für die Zuneigung der Epoche zu ihren vierbeinigen Begleitern. Schau dir diese Augen noch einmal an – jeder Hund erzählt seine eigene Geschichte von Hoffnung, Frustration und dem ewigen Warten.

Mehr Werke von Carl Reichert

Mehr Kunst von Tier