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Die Fee (Perrault) — Geschichte & Fakten

Eine Welt zarten Zaubers entfaltet sich in Die Fee (Perrault), wo das erste, was ins Auge fällt, nicht die Fee selbst ist, sondern die eigenartige, traumartige Logik, die jedes Detail regiert. Die Szene spielt am Rand eines Brunnens, wo eine junge Frau in einem gedämpften, zerschlissenen Kleid zwischen Schatten und Licht steht. Gegenüber von ihr hält eine Figur in einem extravaganten, pastellfarbenen Kleid und einer hohen, gepuderten Perücke—offensichtlich die Fee—einen Zauberstab in die Höhe, dessen Spitze leuchtet, während ein kleiner, schelmischer Diener in der Nähe umher hüpft.

Die Geste der Fee, halb Befehl, halb Segen, und das skurrile Tier zu den Füßen der jungen Frau deuten auf einen Moment der Transformation oder Offenbarung hin. Die Palette, bestehend aus sanften Rosa- und Grüntönen, taucht die Begegnung in ein sanftes, überirdisches Licht, während die dünnen Äste und die schwebenden Vögel darüber ein Gefühl fragiler Magie erzeugen, das sich jederzeit auflösen könnte. Diese Illustration wurde von Harry Clarke für die Londoner Ausgabe von 1922 von Die Märchen von Charles Perrault geschaffen, einer Zeit, in der illustrierte Geschichten ebenso für ihre visuelle Fantasie wie für ihre Erzählungen geschätzt wurden. Clarke, bekannt für sein juwelenartiges Buntglas und seine filigrane Linienführung, brachte eine deutlich moderne, Art Deco-Sensibilität in die Geschichten des 17.

Jahrhunderts von Perrault, indem er Rokoko-Fantasie mit scharfem, fast surrealem Witz verband. Solche Bilder sollten sowohl Kinder als auch Erwachsene erfreuen und dienten als Portale zu einer Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Zauber verschwommen sind. Das Exemplar dieses Buches, das jetzt in der New Yorker Public Library aufbewahrt wird, ist ein Zeugnis für das Verlangen der Epoche nach Schönheit und Wunder und lädt uns, ein Jahrhundert später, ein, über jedes schimmernde Detail zu verweilen.

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