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Kunstrichtung · 1890er–1914 · Europa und USA

Jugendstil: Kunst, Malerei und Plakate

Der Jugendstil, international Art nouveau („neue Kunst“) genannt, ist eine Kunstrichtung und ein Stil, der in den 1890er-Jahren in Europa entstand und bis zum Ersten Weltkrieg reichte, in Kunst, Grafik und Malerei ebenso wie in Design und Architektur. Bekannt ist er für geschwungene „Peitschenhieblinien“ und fließende Formen nach Pflanzen und Blumen, auf Plakaten, in Illustrationen und Gemälden. Seinen deutschen Namen hat er von der 1896 gegründeten Münchner Zeitschrift „Jugend“. Zu seinen Künstlern gehören Alfons Mucha, Gustav Klimt, Aubrey Beardsley, Henri de Toulouse-Lautrec und Jules Chéret.

Brüssel, Paris und München waren seine Zentren, und in Wien, wo man vom Wiener Jugendstil spricht, nahm er seinen Namen von der Secession, der Gruppe um Klimt. Seine bekanntesten Bilder entstanden für die Straße: Im Jahr 1895 wurde Muchas Plakat der Schauspielerin Sarah Bernhardt als Gismonda in Paris über Nacht zur Sensation, und Sammler rissen Exemplare von den Plakatwänden, um sie zu Hause aufzuhängen. In Wien malte Klimt Der Kuss mit Blattgold, und 1908 kaufte ihn der Staat.

Unten finden Sie 1.702 Plakate, Gemälde und Grafiken des Jugendstils, alle gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.

Auswahl und Texte: Pavel MazuelasAktualisiert am 5. November 2026

Gehört zu: Kunstepochen und Kunststile der Malerei von der Romanik bis heuteSiehe auch: Viktorianische Malerei, Art déco, Postimpressionismus

Alle Plakate, Gemälde und Grafiken des Jugendstils

Plakate und Poster, Buchillustrationen und Zeichnungen, dekorative Entwürfe, Porträts und Gemälde. Alles gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.

Berühmte Plakate und Gemälde des Jugendstils

Die bekanntesten Werke des Jugendstils, von Klimts Gemälden in Gold bis zu den Plakaten von Paris. Klicken Sie auf ein Werk, um es aus der Nähe zu betrachten und kostenlos herunterzuladen.

Künstler des Jugendstils

Neun Künstler im Zentrum des Jugendstils, von Klimt in Wien bis zu den Plakatkünstlern von Paris, Brüssel und Barcelona. Jeder Link führt zu allen Werken des Künstlers.

Plakate von Alfons Mucha

Mucha kam 1887 nach Paris und machte sich 1895 mit einem Plakat für Sarah Bernhardt einen Namen, die ihn daraufhin für weitere Plakate, Bühnenbilder und Kostüme engagierte. Er wandte sich aus finanziellen Gründen dem Plakat zu, sagt das V&A, nannte es aber „eine Kunst für das Volk“.

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Gustav Klimts goldener Stil

Klimts goldener Stil schöpfte aus den byzantinischen Mosaiken, die er im Dezember 1903 in Ravenna sah und deren „unerhörte Pracht“ er rühmte, sagt die Neue Galerie; er setzte Figuren in Felder aus Gold und Silber und schmuckartiges Ornament. Das Belvedere nennt diese Jahre seine „Goldene Periode“.

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Jugendstil-Plakate aus Paris

Jules Chéret druckte 1866 die ersten Farblithografie-Plakate, sagt das V&A, und in den 1890er-Jahren hatten Plakate wie die von Toulouse-Lautrec die Fantasie des Pariser Publikums erobert. Die Weltausstellung von 1900 trug den Stil dann in die Welt.

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Merkmale des Jugendstils in der Kunst

  • Tierkreis (La Plume) von Alfons Mucha

    Die Peitschenhieblinie

    Folgen Sie dem Haar der Frau, wie es sich in Schleifen um ihre Schultern windet. Das V&A nennt diese ornamentale S-Kurve, den Peitschenhieb, das Motiv, das einen Großteil des Jugendstils bestimmt, und sagt, sie sei aus Naturstudien abgeleitet.

    Tierkreis (La Plume), Alfons Mucha

  • Die Jahreszeiten von Alfons Mucha

    Blumen- und Pflanzenformen

    Jede Jahreszeit ist eine Frau, umrahmt von Blüten, Früchten oder verschneiten Zweigen. Die Tate beschreibt die fließenden organischen Formen des Jugendstils als an Pflanzen angelehnt, und die Mucha Foundation sagt, die vier Tafeln stellten zusammen den harmonischen Kreislauf der Natur dar.

    Die Jahreszeiten, Alfons Mucha

  • Bildnis Adele Bloch-Bauer I von Gustav Klimt

    Gold und byzantinisches Ornament

    Klimt bedeckte Kleid und Sessel von Adele Bloch-Bauer mit Gold, Silber und schmuckartigen Mustern. Er begann das Bildnis 1903, im Jahr, in dem er die byzantinischen Mosaiken von Ravenna sah, deren „unerhörte Pracht“ er rühmte, sagt die Neue Galerie.

    Bildnis Adele Bloch-Bauer I, Gustav Klimt

  • Médée von Alfons Mucha

    Die Frau im Mittelpunkt

    Sarah Bernhardt als Zauberin Medea hält einen blutigen Dolch über einen Körper zu ihren Füßen. Frauen wurden zum beherrschenden Thema des Jugendstils, sagt das V&A, und Bernhardt beauftragte Mucha mit einer Reihe ihrer Theaterplakate.

    Médée, Alfons Mucha

  • Divan Japonais von Henri de Toulouse-Lautrec

    Flache Farbe und kräftige Umrisse

    Toulouse-Lautrec baut die Szene aus flachen Farbfeldern und schwarzen Silhouetten auf, die Schrift ist Teil des Bildes. Das V&A sieht darin den Einfluss japanischer Farbholzschnitte.

    Divan Japonais, Henri de Toulouse-Lautrec

  • Ambassadeurs: Aristide Bruant von Henri de Toulouse-Lautrec

    Kunst für die Straße

    Ein Hut, ein Umhang und ein roter Schal genügen, um den Sänger Aristide Bruant zu zeigen. Plakate wie dieses waren für die Straße gemacht, und das V&A sagt, Plakate, vor allem die von Mucha, hätten die Verbreitung des Jugendstils zu einem öffentlichen Phänomen gemacht.

    Ambassadeurs: Aristide Bruant, Henri de Toulouse-Lautrec

Vor und nach dem Jugendstil

  1. Ophelia von John Everett MillaisPräraffaeliten1848–1890er
  2. Die Erscheinung von Gustave MoreauSymbolismusum 1886–1900
  3. Der Kuss von Gustav KlimtJugendstil1890er–1914
  4. Die großen blauen Pferde von Franz MarcExpressionismusum 1905–1914
  5. Cottin & Desgouttes, das Flugzeug der Straße von Jean d’YlenArt déco1920er–1930er

Jugendstil im Vergleich mit Arts and Crafts und Ästhetizismus

VergleichArts and CraftsÄsthetizismusJugendstil
Zeitraum1860er–1910er1870er–1880er1890er–1914
RegionGroßbritannienGroßbritannienEuropa und die USA
ZielSchlichtes, gut gemachtes Design für den Alltag, das Gestaltung zur Kunst erhebt„L’art pour l’art“: Schönheit zuerst, vor Moral und ErzählungEin neuer, moderner Stil ohne historische Vorbilder
ErscheinungPflanzenformen als flaches Muster, schlichte Formen ohne überflüssiges OrnamentPfauenfedern, Sonnenblumen, japanischer EinflussPeitschenhiebkurven, fließende Pflanzenformen, flache Farbe und kräftige Umrisse
Wichtige KünstlerWilliam Morris, Walter Crane, Edward Burne-JonesJames McNeill Whistler, Albert Moore, Frederic LeightonMucha, Klimt, Beardsley, Toulouse-Lautrec

Plakate und Gemälde des Jugendstils und ihre Künstler

Die berühmten Plakate und Gemälde des Jugendstils: wer sie schuf, wann sie entstanden und wo sie sich heute befinden.

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Berühmte Werke dieser Kunstrichtung mit Künstler, Jahr, Technik und Maßen sowie dem Museum und der Stadt, in denen sich das jeweilige Werk befindet.
GemäldeGemalt vonJahrTechnikMaßeStandortStadt
Der KussGustav Klimt1908–1909Öl und Blattgold auf Leinwand180 × 180 cmBelvedereWien
Bildnis Adele Bloch-Bauer IGustav Klimt1907Öl, Gold und Silber auf LeinwandNeue GalerieNew York
Dame mit FächerGustav Klimt1917–1918Öl auf Leinwand100 × 100 cmPrivatsammlung
Ramon Casas und Pere Romeu auf einem TandemRamon Casas1897Öl auf Leinwand188 × 215,5 cmMuseu Nacional d’Art de CatalunyaBarcelona
Divan JaponaisHenri de Toulouse-Lautrec1892–1893Farblithografie81,3 × 61,9 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Plein airRamon Casasum 1890–1891Öl auf Leinwand50,5 × 65,5 cmMuseu Nacional d’Art de CatalunyaBarcelona
Die JahreszeitenAlfons Mucha1897Farblithografie, vier TafelnArt Institute of ChicagoChicago
Innenansicht des Moulin de la GaletteRamon Casasum 1890–1891Öl auf Leinwand78,5 × 69 cmMuseu Nacional d’Art de CatalunyaBarcelona
Ambassadeurs: Aristide BruantHenri de Toulouse-Lautrec1892Farblithografie134,6 × 94 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Tierkreis (La Plume)Alfons Mucha1896–1897Farblithografie63 × 47 cmArt Institute of ChicagoChicago
Maude Adams als Jeanne d’ArcAlfons Mucha1909Öl auf Leinwand208,9 × 76,2 cmMetropolitan Museum of ArtNew York
May BelfortHenri de Toulouse-Lautrec1895Farblithografie79,8 × 60 cmArt Institute of ChicagoChicago
Delftsche Slaolie (Delfter Salatöl)Jan Toorop1894Farblithografie95 × 62,5 cmRijksmuseumAmsterdam
Encre L. MarquetEugène Grasset1892Farblithografie120,5 × 81 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Der Lohn der Tänzerin (Salome)Aubrey Beardsley1893–1894Strichätzung34,2 × 27,2 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Cabourg, 5 Stunden von ParisHenri Privat-Livemont1896Farblithografie73,7 × 103,4 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Die Augen des Herodes (Salome)Aubrey Beardsley1893–1894Strichätzung22,3 × 16,2 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Frommes KalenderKoloman Moser1899Farblithografie95,2 × 61,6 cmLeopold MuseumWien
Palais de la DanseManuel Orazi1900Farblithografie161 × 59,8 cmMuseum für Kunst und Gewerbe HamburgHamburg
Harper’s AugustEdward Penfield1897Farblithografie46,6 × 33,4 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Plakat für die 5. Ausstellung der Wiener SecessionKoloman Moser1899Farblithografie55 × 40 cmLeopold MuseumWien
Jardin de ParisJules Chéret1890Farblithografie124 × 88,5 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Die Frau im Mond (Salome)Aubrey Beardsley1894Strichätzung22,5 × 15,7 cmVictoria and Albert MuseumLondon
Cacao Van HoutenHenri Privat-Livemont1897Farblithografie153 × 63 cmVictoria and Albert MuseumLondon
RajahHenri Privat-Livemont1898Farblithografie76,8 × 44,5 cmVictoria and Albert MuseumLondon

Jugendstil: Fragen und Antworten

Was ist Jugendstil in der Kunst?

Jugendstil ist der deutsche Name des internationalen Stils, den man auf Französisch Art nouveau nennt, „neue Kunst“: Von den 1890er-Jahren bis zum Ersten Weltkrieg nutzte er geschwungene Linien und fließende Formen nach Pflanzen, auf Plakaten, in Illustration, Malerei, Design und Architektur. Das Victoria and Albert Museum (V&A) in London sagt, der Name Art nouveau stamme wohl von der Pariser Galerie des Kunsthändlers Siegfried Bing, der Maison de l’Art Nouveau, und der Begriff sei schon in den 1880er-Jahren von der belgischen Zeitschrift „L’Art Moderne“ verwendet worden. Das Kunstvokabular des Getty datiert den Stil auf etwa 1890–1910 in Europa und den USA.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil · Tate: Art nouveau · Getty AAT: Art Nouveau

Was sind die Merkmale des Jugendstils in der Kunst?

Den Jugendstil erkennt man an langen, geschwungenen Linien, vor allem der S-förmigen „Peitschenhieb“-Kurve, und an fließenden Formen nach Blumen, Blättern und Ranken. Das V&A nennt zarte Ranken, organische Formen, schwungvolle, wirbelnde Linien, exzentrische Geometrie und exotische Körper unter seinen Motiven und sagt, die Frau sei zu seinem beherrschenden Thema geworden. Auf Plakaten und in der Druckgrafik arbeiteten die Künstler mit flachen Farbflächen und kräftigen Umrissen, die das V&A auf japanische Farbholzschnitte zurückführt.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Art Nouveau · Victoria and Albert Museum: Der Peitschenhieb · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau und das Erotische · Victoria and Albert Museum: Divan Japonais, Plakat von Henri de Toulouse-Lautrec

Wann war der Jugendstil?

Der Jugendstil dauerte von Anfang der 1890er-Jahre bis zum Ersten Weltkrieg. Die Tate sagt, der Stil sei in den 1890er-Jahren entstanden, durch die Pariser Weltausstellung von 1900 einem breiteren Publikum bekannt geworden und vom Ersten Weltkrieg beendet worden; das Kunstvokabular des Getty datiert seine Blüte auf etwa 1890–1910. Schon zuvor, so das V&A, mied man seine Üppigkeit und sein Ornament zugunsten schlankerer, serienmäßig hergestellter Formen, und an seine Stelle trat der nüchterne Stil der Moderne.

Quellen: Tate: Art nouveau · Getty AAT: Art Nouveau · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil · Victoria and Albert Museum: Der Peitschenhieb

Wo entstand der Jugendstil, und woher kommt der Name?

Der Jugendstil entstand in den 1890er-Jahren in mehreren europäischen Ländern zugleich, und das V&A nennt Brüssel, Paris und München als seine Zentren. Seinen deutschen Namen erhielt er von der 1896 gegründeten Münchner Zeitschrift „Jugend“. In Belgien war der Begriff Art nouveau schon in den 1880er-Jahren in Gebrauch, und die Architekten Victor Horta und Henry van de Velde machten ihn zum Stil ganzer Gebäude, bis hin zu den Türklinken. Er setzte sich auch in Wien, Glasgow, Spanien, Italien und den USA durch, jeweils unter eigenem Namen.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil · Victoria and Albert Museum: Der Peitschenhieb · Getty AAT: Jugendstil

Wie heißt der Jugendstil auf Englisch und in anderen Ländern?

Auf Englisch und Französisch heißt der Jugendstil Art Nouveau, und fast überall trug er einen eigenen Namen. In Österreich hieß er nach der Wiener Secession Secessionsstil, in Spanien gehörte er zum Modernisme, in Italien hieß er Stile Liberty oder Stile Floreale, nach dem Londoner Kaufhaus Liberty & Co., und in den USA Tiffany-Stil, nach dem Glaskünstler Louis Comfort Tiffany. In Frankreich, ergänzt das V&A, nannte man ihn auch Style Métro und Style nouille, „Nudelstil“. Der deutsche Name geht auf die 1896 gegründete Münchner Zeitschrift „Jugend“ zurück.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil · Getty AAT: Jugendstil

Wer sind die bekanntesten Künstler des Jugendstils?

Zu den bekanntesten Künstlern des Jugendstils gehören der Plakatgestalter Alfons Mucha, der Wiener Maler Gustav Klimt, der englische Illustrator Aubrey Beardsley und die Pariser Plakatkünstler Jules Chéret und Henri de Toulouse-Lautrec. Das V&A nennt Beardsleys Zeichnungen, Victor Hortas Architektur und Muchas Plakate unter den bekanntesten Beispielen des Stils, und die Tate ergänzt Hector Guimards Eingänge der Pariser Métro, Tiffany-Glas und die Möbel von Charles Rennie Mackintosh. In Wien machten ihn die Maler und Gestalter der Secession, darunter Klimt und Koloman Moser, zu ihrem eigenen.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Art Nouveau · Tate: Art nouveau · Victoria and Albert Museum: Eine kurze Geschichte des Plakats · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil

Welche Gemälde des Jugendstils sind am berühmtesten?

Gustav Klimts „Der Kuss“ und sein „Bildnis Adele Bloch-Bauer I“ sind die berühmtesten Gemälde des Jugendstils. Das Belvedere in Wien nennt den „Kuss“ eine der Ikonen des Wiener Jugendstils, und die Neue Galerie in New York sagt, „Adele Bloch-Bauer I“, bekannt als „Woman in Gold“, sei sinnbildlich für seinen goldenen Stil. Zu den weiteren berühmten Gemälden gehören Klimts letztes Bildnis, „Dame mit Fächer“, und Ramon Casas’ Bild von sich und Pere Romeu auf einem Tandem, gemalt für die Barceloneser Bierstube Els Quatre Gats.

Quellen: Belvedere, Wien (Google Arts & Culture) · Neue Galerie New York: Gustav Klimt · Belvedere (Wien): Dame mit Fächer. Gustav Klimts letzte Werke · Museu Nacional d’Art de Catalunya

Was sind Jugendstil-Plakate?

Jugendstil-Plakate sind die farbigen lithografischen Werbe- und Theaterplakate, die ab den 1890er-Jahren in Paris, Brüssel, Wien und anderswo entstanden. Das V&A schreibt Jules Chéret die ersten Farblithografie-Plakate von 1866 zu, nennt Toulouse-Lautrec den bekanntesten Namen der französischen Blütezeit des Kunstplakats und sagt, der von Alfons Mucha populär gemachte Jugendstil habe die Plakatwelt im Sturm erobert. Muchas Plakat von 1895 mit Sarah Bernhardt als Gismonda war über Nacht eine Sensation, und Sammler rissen Exemplare von den Plakatwänden, um sie zu Hause aufzuhängen.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Eine kurze Geschichte des Plakats · Victoria and Albert Museum: Der Peitschenhieb · Victoria and Albert Museum: Gismonda, Plakat von Alfons Mucha

Wer war Alfons Mucha?

Alfons Mucha (1860–1939) war ein tschechischer Maler und Gestalter, dessen Plakate, so das V&A, den Jugendstil populär machten und die Plakatwelt im Sturm eroberten. Er kam 1887 nach Paris und wandte sich aus finanziellen Gründen dem Plakat zu, nannte es aber „eine Kunst für das Volk“. Sein Plakat von 1895 für Sarah Bernhardts „Gismonda“ war über Nacht eine Sensation, und Bernhardt verpflichtete ihn für weitere Plakate, Bühnenbilder und Kostüme. Mucha wehrte sich dagegen, als Jugendstilkünstler etikettiert zu werden, doch seine Frauen wurden, in den Worten des V&A, zu einem allgegenwärtigen und viel kopierten Leitmotiv.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Job, Plakat von Alfons Mucha · Victoria and Albert Museum: Der Peitschenhieb · Victoria and Albert Museum: Eine kurze Geschichte des Plakats

Zu welcher Kunstrichtung gehört Gustav Klimt?

Gustav Klimt gehört zum Jugendstil, genauer zum Wiener Jugendstil der Secession, und gilt zugleich als Symbolist. Sein bekanntester Stil ist der „goldene Stil“, in dem Figuren in flachen Feldern aus Gold und Silber mit schmuckartigen Mustern sitzen. Die Neue Galerie in New York verbindet ihn mit den byzantinischen Mosaiken, die er im Dezember 1903 in Ravenna sah – Mosaiken „von unerhörter Pracht“, wie er schrieb –, und das Belvedere nennt den „Kuss“ den Höhepunkt dieser „Goldenen Periode“. Klimt leitete die 1897 gegründete Wiener Secession, die laut V&A den Jugendstil in Österreich populär machte; die Tate nennt ihn einen der größten Symbolisten überhaupt.

Quellen: Neue Galerie New York: Bildnis Adele Bloch-Bauer I · Neue Galerie New York: Gustav Klimt · Belvedere, Wien (Google Arts & Culture) · Tate: Secession · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil

Was ist der Wiener Jugendstil?

Der Wiener Jugendstil ist die österreichische Form des Jugendstils um 1900, nach der Wiener Secession auch Secessionsstil genannt. Die Gründung der Secession 1897 gilt nach dem Leopold Museum als Geburtsstunde der österreichischen Moderne; Gustav Klimt wurde ihr erster Präsident, zu den Mitgliedern gehörten Koloman Moser, Carl Moll und die Architekten Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich, dessen Ausstellungshaus von 1898 als gebautes Manifest gilt. Im Jahr 1903 gründeten Hoffmann, Moser und Fritz Waerndorfer die Wiener Werkstätte, um im Sinne des Gesamtkunstwerks alle Lebensbereiche mit Kunst zu durchdringen. Das Belvedere nennt Klimts „Kuss“ eine Ikone des Wiener Jugendstils.

Quellen: Leopold Museum (Wien): Wien 1900. Aufbruch in die Moderne · Belvedere, Wien (Google Arts & Culture) · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil

Was ist der Unterschied zwischen Jugendstil und Art déco?

Der Jugendstil (1890er-Jahre bis 1914) liebte geschwungene Peitschenhieblinien und fließende Pflanzenformen; das Art déco der 1920er- und 1930er-Jahre war ein geometrischer Stil. Die Tate nennt das Art déco zugleich Nachfolger des Jugendstils und Reaktion gegen ihn: Benannt nach der Pariser Kunstgewerbeausstellung von 1925, erhielt es vom Kubismus seinen zerlegten, geometrischen Charakter und nahm Anregungen aus der altägyptischen und aztekischen Kunst und vom Design moderner Schiffe, Züge und Autos auf. Das V&A sagt, Üppigkeit und Ornament des Jugendstils seien schon zuvor zugunsten schlankerer, serienmäßig hergestellter Formen gemieden worden. Mehr dazu auf unserer Seite zum Art déco.

Quellen: Tate: Art deco · Tate: Art nouveau · Victoria and Albert Museum: Der Peitschenhieb

Welche Motive sind typisch für den Jugendstil?

Typische Motive des Jugendstils sind Blumen, Blätter und Ranken und Frauen, oft mit langem, wallendem Haar. Vor allem die Natur inspirierte ihn: Das V&A sagt, seine Peitschenhieblinie sei aus Naturstudien abgeleitet, darunter Tiefseeorganismen und botanische Gärten. Japanische Kunst war eine zweite Quelle, in den flachen Farben und Umrissen der Plakate und in den Drucken, die Siegfried Bing verkaufte, dessen Pariser Galerie dem Stil den Namen gab. In Großbritannien, ergänzt das V&A, verdankte er viel der Arts-and-Crafts-Bewegung und dem Ästhetizismus.

Quellen: Victoria and Albert Museum: Der Peitschenhieb · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau und das Erotische · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau, ein internationaler Stil · Victoria and Albert Museum: Art Nouveau

Sind Plakate und Gemälde des Jugendstils gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen?

Ja. Alle Künstler der Werke in dieser Auswahl starben spätestens 1939; ihre Werke sind daher in den USA gemeinfrei und ebenso in allen Ländern, in denen das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers erlischt. Sie können sie kostenlos herunterladen und für jeden Zweck nutzen, auch kommerziell. Einige Länder haben eigene Regeln für Fotografien von Kunstwerken; prüfen Sie diese, wenn Sie außerhalb der USA veröffentlichen.

Quellen: Cornell University Library: Schutzfristen und Gemeinfreiheit in den USA (englisch)

So haben wir die berühmten Werke ausgewählt

Die berühmten Gemälde und Plakate in dieser Auswahl sind die Werke des Jugendstils, die weltweit am bekanntesten sind. Gemessen haben wir das an der Zahl der Sprachen, in denen eine Enzyklopädie einen eigenen Artikel über das jeweilige Werk hat (Stand: November 2026). Die bekanntesten Bilder des Jugendstils sind oft Plakate und Druckgrafik statt Gemälde, deshalb haben wir beides gezählt. Die meisten Plakate haben keinen eigenen Enzyklopädie-Artikel; bei ihnen zählten wir, wie viele Sprachausgaben der Enzyklopädie das Werk abbilden, und richteten uns dann nach dem Datum. Kein Künstler ist mit mehr als drei Werken vertreten; deshalb erscheinen Klimts „Danaë“ und die meisten Plakate Muchas weiter unten in eigenen Reihen.

Aufgenommen haben wir nur Werke, die das besitzende Museum, Wikidata oder unser eigener Katalog dem Jugendstil zuordnet (in Österreich Secessionsstil, in Katalonien Modernisme, international Art nouveau), von Künstlern, die vor 1956 starben. Einige berühmte Werke, deren Abbildung in unserer Sammlung gerahmt oder aufgezogen ist, haben wir weggelassen, darunter Muchas „Gismonda“, Toulouse-Lautrecs „Moulin Rouge: La Goulue“ und Steinlens „Chat Noir“, bis wir saubere Abbildungen haben. Plakate wurden in vielen Abzügen gedruckt; das genannte Museum besitzt jeweils einen davon.

Daten, Maße und Standorte stammen aus den Verzeichnissen der Museen und aus Wikidata.

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