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Kunstrichtung · um 1750–1850 · Europa

Klassizismus in der Malerei: Kunst und Gemälde

Der Klassizismus ist eine Kunstrichtung, die Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa entstand und die Kunst der griechischen und römischen Antike wiederbelebte, in der Malerei mit klaren Umrissen, ausgewogenen Kompositionen und ernsten Themen aus Geschichte und Mythen der Antike. Er setzte um 1750 ein, nach der Wiederentdeckung Pompejis und angeregt von Johann Joachim Winckelmann, und reichte bis Mitte des 19. Jahrhunderts. „Neoklassizismus“ wird oft gleichbedeutend gebraucht, meint im Deutschen aber vor allem die Architektur des 20. Jahrhunderts. Zu den Malern des Klassizismus gehören Jacques-Louis David, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Angelika Kauffmann, Anton Raphael Mengs und François Gérard.

Die Kunst des Klassizismus sollte belehren, nicht nur gefallen. In Davids Schwur der Horatier, von Ludwig XVI. in Auftrag gegeben und in Rom gemalt, schwören drei Brüder unter schlichten Steinbögen einen Eid auf die Schwerter, die ihr Vater emporhält.

Unten finden Sie 1.010 Gemälde und Kunstwerke des Klassizismus, alle gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.

Auswahl und Texte: Pavel MazuelasAktualisiert am 5. November 2026

Gehört zu: Kunstepochen und Kunststile der Malerei von der Romanik bis heuteSiehe auch: Amerikanische Malerei der Kolonialzeit, Romantik, Berühmte Historienbilder

Alle Bilder und Kunstwerke des Klassizismus

Porträts, Historien- und Mythenbilder, Architektur, Zeichnungen und Druckgrafik. Alles gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.

Berühmte Gemälde des Klassizismus

Die bekanntesten Gemälde des Klassizismus. Klicken Sie auf ein Bild, um es aus der Nähe zu betrachten und kostenlos herunterzuladen.

Maler des Klassizismus

Acht Maler im Zentrum des Klassizismus, von David und Ingres bis Angelika Kauffmann und Adélaïde Labille-Guiard. Jeder Link führt zu allen Gemälden des Künstlers.

Gemälde von Jacques-Louis David

Die National Gallery in London nennt Jacques-Louis David den führenden Maler des Klassizismus in Frankreich. Er nahm an der Revolution teil, und seine Bilder Napoleons als General, Konsul und Kaiser trugen zur Verherrlichung des französischen Herrschers bei.

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Porträts des Klassizismus

Ingres hielt Porträts für weniger wichtig als die Historienmalerei, doch heute ist er vor allem für Bildnisse wie das der Madame Moitessier berühmt, sagt die National Gallery in London. Für ihre Pose entlehnte er eine Göttin aus einem römischen Wandbild, das in Herculaneum gefunden wurde.

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Griechenland und Rom in der Malerei des Klassizismus

Die Historienmalerei, die die Akademien über alle anderen Gattungen stellten, nahm ihre Themen aus Geschichte und Mythen Griechenlands und Roms, bemerkt die Tate. Die Maler des Klassizismus erzählten die Geschichten von Ödipus, Achill, Homer, Belisar, Vergil und der Mutter der Gracchen neu.

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Merkmale des Klassizismus in der Malerei

  • Der Schwur der Horatier von Jacques-Louis David

    Themen aus Griechenland und Rom

    Drei Brüder in römischer Rüstung und Sandalen leisten ihren Schwur unter schlichten Steinbögen. Werke des Klassizismus ahmen griechische und römische Formen und Motive nach, so das Kunstvokabular des Getty.

    Der Schwur der Horatier, Jacques-Louis David

  • Die große Odaliske von Jean-Auguste-Dominique Ingres

    Klare Umrisse

    Ingres zeichnete den langen Rücken und den Arm der Odaliske in sauberen, ununterbrochenen Kurven. Das Kunstvokabular des Getty beschreibt Werke des Klassizismus als oft linear.

    Die große Odaliske, Jean-Auguste-Dominique Ingres

  • Die Apotheose Homers von Jean-Auguste-Dominique Ingres

    Gleichgewicht und Symmetrie

    Homer thront in der Mitte vor einem griechischen Tempel, von einer geflügelten Victoria bekränzt, seine Verehrer beiderseits aufgereiht. Laut Louvre lehnte Ingres die Komposition an Raffaels „Parnass“ an; das Kunstvokabular des Getty nennt Werke des Klassizismus symmetrisch.

    Die Apotheose Homers, Jean-Auguste-Dominique Ingres

  • Der Tod des Marat von Jacques-Louis David

    Strenge, karge Räume

    Die ganze obere Hälfte des Bildes ist leere Wand, und Marats Schreibpult ist eine einfache Holzkiste. Die National Gallery in London hebt die Strenge von Komposition und Thema in Davids Bildern hervor.

    Der Tod des Marat, Jacques-Louis David

  • Der Tod des Sokrates von Jacques-Louis David

    Eine Lehre in Tugend

    Sokrates lehrt weiter, eine Hand erhoben, während er nach dem Schierlingsbecher greift und seine Schüler um ihn verzweifeln. Die neue Betonung der öffentlichen, belehrenden Aufgabe der Kunst förderte den Aufstieg des Klassizismus, sagt die National Gallery in London.

    Der Tod des Sokrates, Jacques-Louis David

  • Die Quelle von Jean-Auguste-Dominique Ingres

    Körper nach antiken Vorbildern

    Ingres’ Akt steht in einer Nische, das Gewicht auf einem Bein, wie eine antike Statue. Seine Ausbildung, so die National Gallery in London, kreiste um das Studium des Aktes und der klassischen Kunst.

    Die Quelle, Jean-Auguste-Dominique Ingres

Vor und nach dem Klassizismus

  1. Las Meninas (Die Hoffräulein) von Diego VelázquezBarockum 1590–1750
  2. Die Schaukel von Jean-Honoré FragonardRokokoum 1715–1770er
  3. Der Schwur der Horatier von Jacques-Louis DavidKlassizismusum 1750–1850
  4. Der Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David FriedrichRomantikum 1780–1850
  5. Die Geburt der Venus von Alexandre CabanelSalonmalerei (akademische Malerei)Mitte bis Ende 19. Jh.

Klassizismus im Vergleich mit Rokoko und Romantik

VergleichRokokoKlassizismusRomantik
Zeitraumum 1715–1770erum 1750–1850um 1780–1850
ThemenLiebe, Heiterkeit und sinnliches VergnügenGeschichte und Mythen Griechenlands und Roms, moderne Helden, PorträtsWilde Natur, Stürme, Kriege und Revolutionen der eigenen Zeit, Mittelalter, Albträume
ErscheinungLeichte, helle Farben, Kurven und AsymmetrieKlare Umrisse, Symmetrie, strenge GestaltungMalerisch und dynamisch
ZielVergnügen und DekorationReine klassische Form und moralische LehreGefühl und persönlicher Ausdruck
Berühmtes BeispielFragonard, „Die Schaukel“David, „Der Schwur der Horatier“Friedrich, „Der Wanderer über dem Nebelmeer“
Wichtige KünstlerWatteau, Boucher, FragonardDavid, Ingres, Kauffmann, MengsFriedrich, Turner, Constable, Delacroix, Goya

Gemälde des Klassizismus und ihre Künstler

Die berühmten Gemälde des Klassizismus: wer sie malte, wann sie entstanden und wo sie sich heute befinden.

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Berühmte Werke dieser Kunstrichtung mit Künstler, Jahr, Technik und Maßen sowie dem Museum und der Stadt, in denen sich das jeweilige Werk befindet.
GemäldeGemalt vonJahrTechnikMaßeStandortStadt
Der Tod des SokratesJacques-Louis David1787Öl auf Leinwand129,5 × 196,2 cmMetropolitan Museum of ArtNew York
Der Schwur der HoratierJacques-Louis David1784Öl auf Leinwand330 × 425 cmLouvreParis
Der Tod des MaratJacques-Louis David1793Öl auf Leinwand165 × 128 cmKönigliche Museen der Schönen KünsteBrüssel
Die große OdaliskeJean-Auguste-Dominique Ingres1814Öl auf Leinwand91 × 162 cmLouvreParis
Die QuelleJean-Auguste-Dominique Ingres1856Öl auf Leinwand163 × 80 cmMusée d’OrsayParis
Napoleon I. auf dem KaiserthronJean-Auguste-Dominique Ingres1806Öl auf Leinwand260 × 163 cmMusée de l’ArméeParis
Der Tod des Generals WolfeBenjamin West1770Öl auf Leinwand152,6 × 214,5 cmNational Gallery of CanadaOttawa
Amor und PsycheFrançois Gérard1798Öl auf Leinwand186 × 132 cmLouvreParis
Die Grablegung der AtalaAnne-Louis Girodet1808Öl auf Leinwand207 × 267 cmLouvreParis
Aurora und KephalosPierre-Narcisse Guérin1810Öl auf Leinwand254,5 × 186 cmLouvreParis
Ariadne, von Theseus verlassenAngelika Kauffmann1774Öl auf Leinwand63,8 × 90,9 cmMuseum of Fine ArtsHouston
Bildnis der MadeleineMarie-Guillemine Benoist1800Öl auf Leinwand81 × 65 cmLouvreParis
Selbstbildnis mit zwei SchülerinnenAdélaïde Labille-Guiard1785Öl auf Leinwand210,8 × 151,1 cmMetropolitan Museum of ArtNew York
Szene aus der SintflutAnne-Louis Girodet1806Öl auf Leinwand432 × 341 cmLouvreParis
Pygmalion und GalateaAnne-Louis Girodet1819Öl auf Leinwand253 × 202,5 cmLouvreParis
Telemachos und die Nymphen der KalypsoAngelika Kauffmann1782Öl auf Leinwand82,6 × 112,4 cmMetropolitan Museum of ArtNew York
Der Kummer des TelemachosAngelika Kauffmann1783Öl auf Leinwand83,2 × 114,3 cmMetropolitan Museum of ArtNew York
Bildnis der Juliette RécamierFrançois Gérard1802–1805Öl auf Leinwand225 × 148 cmMusée CarnavaletParis
Die AmorettenhändlerinJoseph-Marie Vien1763Öl auf Leinwand98 × 122 cmSchloss FontainebleauFontainebleau
Die Rückkehr des Marcus SextusPierre-Narcisse Guérin1799Öl auf Leinwand217 × 243 cmLouvreParis
Marius in MinturnaeJean-Germain Drouais1786Öl auf Leinwand271 × 365 cmLouvreParis
Die Großmut des ScipioPompeo Batoni1771Öl auf Leinwand226,5 × 297,5 cmEremitageSankt Petersburg
Phädra und HippolytosPierre-Narcisse Guérin1802Öl auf Leinwand257 × 335 cmLouvreParis
Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord, Fürst von BeneventFrançois Gérard1808Öl auf Leinwand213 × 147 cmMetropolitan Museum of ArtNew York

Klassizismus: Fragen und Antworten

Was ist Klassizismus in der Kunst?

Klassizismus bedeutet in der Kunst die Wiederbelebung der griechischen und römischen Antike im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die National Gallery in London erklärt den englischen Namen „Neoclassicism“ wörtlich als „neuen Klassizismus“: Künstler griffen bewusst klassische Vorbilder auf, also die antike Kunst, vor allem Architektur und Skulptur, und spätere Maler wie Raffael und Poussin, die ihr gefolgt waren. Das Kunstvokabular des Getty datiert den Stil von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, in Europa und Amerika, angeregt von archäologischen Funden im Mittelmeerraum.

Quellen: National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar) · Getty AAT: Neoclassical

Was sind die Merkmale des Klassizismus in der Malerei?

Die Malerei des Klassizismus ist klar, ruhig und ernst: scharfe Umrisse, ausgewogene, symmetrische Kompositionen und Themen aus Geschichte und Mythen Griechenlands und Roms. Das Kunstvokabular des Getty beschreibt klassizistische Werke als oft linear, symmetrisch und sogar streng, in Nachahmung griechischer und römischer Formen und Motive. Laut National Gallery in London fielen Davids Gemälde der 1780er-Jahre wie „Der Schwur der Horatier“ durch die Strenge von Komposition und Thema auf, und die neue Betonung der öffentlichen, belehrenden Rolle der Kunst trug zum Aufstieg des Klassizismus bei.

Quellen: Getty AAT: Neoclassical · National Gallery (London): Jacques-Louis David · National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar)

Wann war der Klassizismus?

Der Klassizismus begann um 1750 und dauerte bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Laut Tate entstand er um 1750, nach der Entdeckung der römischen Ruinen von Pompeji und der Veröffentlichung von Winckelmanns „Geschichte der Kunst des Alterthums“ im Jahr 1764. Das Kunstvokabular des Getty datiert den Stil von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts; in diesen späten Jahren verteidigte Ingres, so die National Gallery in London, einen strengen Klassizismus gegen die Romantik von Delacroix.

Quellen: Tate: Neoclassicism · Getty AAT: Neoclassical · National Gallery (London): Jean-Auguste-Dominique Ingres

Wo und warum entstand der Klassizismus?

Der Klassizismus entstand in Rom, unter Künstlern, die dort die Überreste der Antike studierten, und verbreitete sich nach Paris, London und ins übrige Europa. Er war eine Abkehr vom dekorativen Rokoko hin zur ernsten, geordneten Kunst der Antike: Das Kunstvokabular des Getty nennt ihn eine Reaktion auf die Üppigkeit des Rokoko, angeregt von Funden im Mittelmeerraum, und die National Gallery in London zählt die Ausgrabungen antiker Stätten in Italien zu seinen Ursachen. David malte „Der Schwur der Horatier“ in Rom und zeigte das Bild 1785 in seinem römischen Atelier, bevor es in den Pariser Salon kam, wie der Louvre festhält.

Quellen: National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar) · National Gallery (London): Anton Raphael Mengs · Louvre · Tate: Neoclassicism · Getty AAT: Neoclassical

Welche Rolle spielte Johann Joachim Winckelmann für den Klassizismus?

Der deutsche Gelehrte Johann Joachim Winckelmann prägte den Klassizismus zusammen mit dem Maler Anton Raphael Mengs entscheidend mit; beide lebten in Rom, auch wenn kein Einzelner die Bewegung begründete. Laut Tate verdankte der Klassizismus seine Blüte nicht zuletzt Winckelmanns einflussreicher „Geschichte der Kunst des Alterthums“ von 1764, und laut National Gallery in London half Winckelmanns Einfluss Mengs, seinen klassizistischen Stil auszubilden. In Frankreich wurde Jacques-Louis David, ausgebildet von dem klassizistisch arbeitenden Maler Vien, zum führenden Maler der Bewegung, so die National Gallery.

Quellen: Tate: Neoclassicism · National Gallery (London): Anton Raphael Mengs · National Gallery (London): Jacques-Louis David

Was ist der Unterschied zwischen Klassizismus und Neoklassizismus?

Im Deutschen heißt die Kunstrichtung von etwa 1750 bis 1850, die das Englische „Neoclassicism“ nennt, Klassizismus; „Neoklassizismus“ wird oft gleichbedeutend gebraucht. Der Duden versteht unter Neoklassizismus aber etwas anderes: formalistische und historisierende Tendenzen in der Architektur des 20. Jahrhunderts, die sich besonders in kolossalen Säulenordnungen ausdrücken. Klassizismus ist nach dem Duden dagegen die Stilform, die im Anschluss an antike, besonders römische Vorbilder Klarheit und Strenge sucht. Die Gemälde von David, Ingres oder Angelika Kauffmann gehören zum Klassizismus; die National Gallery in London übersetzt „Neoclassicism“ wörtlich als „neuen Klassizismus“.

Quellen: Duden: Neoklassizismus · Duden: Klassizismus · National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar) · Tate: Neoclassicism

Was ist der Unterschied zwischen Rokoko und Klassizismus?

Das Rokoko ist leicht, verspielt und dekorativ; der Klassizismus, der es im späten 18. Jahrhundert ablöste, ist nüchtern, linear und ernst. Die Tate beschreibt das Rokoko als leichten, sinnlichen, stark dekorativen französischen Stil aus kurzen Kurven und Voluten, wie bei Boucher, Fragonard und Watteau; nach dem Kunstvokabular des Getty wurde es im späten 18. Jahrhundert vom Klassizismus verdrängt, dessen Werke linear, symmetrisch und sogar streng sind. Die National Gallery in London bemerkt, dass der Name Rokoko zuerst von den Klassizisten selbst gebraucht wurde, als Schimpfwort.

Quellen: Tate: Rococo · Getty AAT: Rococo · Getty AAT: Neoclassical · National Gallery (London): Rococo (Glossar)

Wer sind die bekanntesten Maler des Klassizismus?

Die bekanntesten Maler des Klassizismus sind Jacques-Louis David und Jean-Auguste-Dominique Ingres in Frankreich sowie Anton Raphael Mengs und Angelika Kauffmann; unter den Bildhauern Antonio Canova. Die National Gallery in London nennt David den führenden Maler des Klassizismus in Frankreich und seinen Schüler Ingres den Verteidiger eines strengen Klassizismus. Für Großbritannien nennt die Tate die Gemälde von Joshua Reynolds, Benjamin West und James Barry und die Skulpturen John Flaxmans. Canovas Marmorgruppe „Die drei Grazien“, 1814–1817 in Rom für den Herzog von Bedford gemeißelt, gehört dem Victoria and Albert Museum in London.

Quellen: National Gallery (London): Jacques-Louis David · National Gallery (London): Jean-Auguste-Dominique Ingres · National Gallery (London): Anton Raphael Mengs · Tate: Neoclassicism · Victoria and Albert Museum: Canova, Die drei Grazien

Welche Gemälde des Klassizismus sind am berühmtesten?

Zu den berühmtesten Gemälden des Klassizismus gehören Jacques-Louis Davids „Der Schwur der Horatier“ (1784), „Der Tod des Sokrates“ (1787) und „Der Tod des Marat“ (1793) sowie Ingres’ „Die große Odaliske“ (1814). Im „Schwur der Horatier“ schwören drei Brüder in römischer Rüstung unter schlichten Steinbögen einen Eid auf die Schwerter, die ihr Vater emporhält, während die Frauen der Familie trauern. Ludwig XVI. hatte das Bild bestellt; David malte es in Rom und zeigte es im Salon von 1785, und laut National Gallery in London machten ihn solche Bilder berühmt. Der Louvre hängt es in seinem Saal des Klassizismus, der Salle Daru.

Quellen: Louvre · National Gallery (London): Jacques-Louis David · Metropolitan Museum of Art · Königliche Museen der Schönen Künste, Brüssel (französisch) · Louvre

Was hat der Klassizismus mit der Französischen Revolution und Napoleon zu tun?

In Frankreich war der Klassizismus eng mit der Revolution und mit Napoleon verbunden, vor allem durch Jacques-Louis David. Laut National Gallery in London beteiligte sich David aktiv an der Revolution von 1789, wurde zum Abgeordneten gewählt und half, die Königliche Akademie für Malerei und Bildhauerei abzuschaffen; seine Bilder Napoleons als General, Konsul und Kaiser trugen zur Verherrlichung des französischen Herrschers bei, und von der Revolution bis zu Napoleons Sturz prägten David und seine Werkstatt die französische Kunst. Sein Bild „Der Tod des Marat“ zeigt einen Mitabgeordneten, den Charlotte Corday im Juli 1793 ermordete.

Quellen: National Gallery (London): Jacques-Louis David

Wie sehen Porträts des Klassizismus aus?

Porträts des Klassizismus sind ruhige, präzise gemalte Bildnisse, und manche Dargestellte posieren wie Figuren der antiken Kunst. Laut National Gallery in London übernahm Ingres die Haltung der Madame Moitessier von einem in Herculaneum gefundenen römischen Wandbild, das die Göttin Arkadiens zeigt, und malte ihren Schmuck mit der Glätte und dem Glanz von Email. David porträtierte 1788 den Chemiker Antoine Lavoisier und seine Frau, Gérard 1808 den Diplomaten Talleyrand; beide Bilder befinden sich im Metropolitan Museum of Art in New York.

Quellen: National Gallery (London): Ingres, Madame Moitessier · Metropolitan Museum of Art · Metropolitan Museum of Art

Was ist der Unterschied zwischen Klassizismus und Biedermeier?

Der Klassizismus war eine europäische Kunstrichtung von etwa 1750 bis 1850, die Themen aus Geschichte und Mythen der Antike in klaren Umrissen und strenger Komposition malte und eine moralische Lehre vermitteln wollte. Das Biedermeier ist nach dem Kunstvokabular des Getty dagegen ein Stil der Künste Mitteleuropas von den 1820er- bis in die 1850er-Jahre, verbunden mit dem Geschmack des Bürgertums: schlichte, unprätentiöse Formen und gefühlvolle Darstellungen von Mensch und Natur. Im Mittelpunkt standen, so das Belvedere in Wien, Familie und häusliches Glück; beliebt waren Familienporträts, gemütliche Interieurs, Blumenbilder und die heimatliche Landschaft, etwa bei Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich von Amerling.

Quellen: Getty AAT: Biedermeier · Belvedere (Wien): Bessere Zeiten? Waldmüller und das Wiener Biedermeier · Getty AAT: Neoclassical · Tate: Neoclassicism

Sind Gemälde des Klassizismus gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen?

Ja. Alle in dieser Auswahl genannten Maler starben spätestens 1889; ihre Werke sind daher in den USA gemeinfrei und ebenso in allen Ländern, in denen das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers erlischt. Sie können sie kostenlos herunterladen und für jeden Zweck nutzen, auch kommerziell. Einige Länder haben eigene Regeln für Fotografien von Kunstwerken; prüfen Sie diese, wenn Sie außerhalb der USA veröffentlichen.

Quellen: Cornell University Library: Schutzfristen und Gemeinfreiheit in den USA (englisch)

So haben wir die berühmten Gemälde ausgewählt

Die berühmten Gemälde in dieser Auswahl sind die Werke des Klassizismus, die weltweit am bekanntesten sind. Gemessen haben wir das an der Zahl der Sprachen, in denen eine Enzyklopädie einen eigenen Artikel über das jeweilige Bild hat (Stand: November 2026). Kein Maler ist mit mehr als drei Bildern vertreten; deshalb erscheinen Davids „Napoleon beim Überschreiten der Alpen“ und „Die Sabinerinnen“ weiter unten in einer eigenen Reihe.

Aufgenommen haben wir nur Gemälde, die das besitzende Museum, Wikidata oder unser eigener Katalog dem Klassizismus zuordnet, und nur Bilder mit Artikeln in mindestens zwei Sprachen. Der Louvre hängt Ingres’ „Die große Odaliske“ in seinem Saal des Klassizismus, der Salle Daru, deshalb steht sie hier. Auch die Schlachtenbilder von Gros und Goyas frühe Porträts werden manchmal klassizistisch genannt; der Louvre hängt Gros’ „Napoleon auf dem Schlachtfeld von Eylau“ bei den Gemälden der Romantik, und Goya finden Sie auf unserer Seite zur Romantik.

Daten, Maße und Standorte stammen aus den Verzeichnissen der Museen und aus Wikidata.

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