Kunstrichtung · um 1750–1850 · Europa
Klassizismus in der Malerei: Kunst und Gemälde
Der Klassizismus ist eine Kunstrichtung, die Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa entstand und die Kunst der griechischen und römischen Antike wiederbelebte, in der Malerei mit klaren Umrissen, ausgewogenen Kompositionen und ernsten Themen aus Geschichte und Mythen der Antike. Er setzte um 1750 ein, nach der Wiederentdeckung Pompejis und angeregt von Johann Joachim Winckelmann, und reichte bis Mitte des 19. Jahrhunderts. „Neoklassizismus“ wird oft gleichbedeutend gebraucht, meint im Deutschen aber vor allem die Architektur des 20. Jahrhunderts. Zu den Malern des Klassizismus gehören Jacques-Louis David, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Angelika Kauffmann, Anton Raphael Mengs und François Gérard.
Die Kunst des Klassizismus sollte belehren, nicht nur gefallen. In Davids Schwur der Horatier, von Ludwig XVI. in Auftrag gegeben und in Rom gemalt, schwören drei Brüder unter schlichten Steinbögen einen Eid auf die Schwerter, die ihr Vater emporhält.
Unten finden Sie 1.010 Gemälde und Kunstwerke des Klassizismus, alle gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.
Auswahl und Texte: Pavel MazuelasAktualisiert am 5. November 2026
Gehört zu: Kunstepochen und Kunststile der Malerei von der Romanik bis heuteSiehe auch: Amerikanische Malerei der Kolonialzeit, Romantik, Berühmte Historienbilder
Alle Bilder und Kunstwerke des Klassizismus
Porträts, Historien- und Mythenbilder, Architektur, Zeichnungen und Druckgrafik. Alles gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.
Berühmte Gemälde des Klassizismus
Die bekanntesten Gemälde des Klassizismus. Klicken Sie auf ein Bild, um es aus der Nähe zu betrachten und kostenlos herunterzuladen.
Der Tod des SokratesJacques-Louis David
Der Schwur der HoratierJacques-Louis David
Der Tod des MaratJacques-Louis David
Die große OdaliskeJean-Auguste-Dominique Ingres
Die QuelleJean-Auguste-Dominique Ingres
Napoleon I. auf dem KaiserthronJean-Auguste-Dominique Ingres
Der Tod des Generals WolfeBenjamin West
Amor und PsycheFrançois Gérard
Die Grablegung der AtalaAnne-Louis Girodet
Aurora und KephalosPierre-Narcisse Guérin
Ariadne, von Theseus verlassenAngelika Kauffmann
Bildnis der MadeleineMarie-Guillemine Benoist
Maler des Klassizismus
Acht Maler im Zentrum des Klassizismus, von David und Ingres bis Angelika Kauffmann und Adélaïde Labille-Guiard. Jeder Link führt zu allen Gemälden des Künstlers.
Jacques-Louis David1748–1825. Der führende Maler des Klassizismus in Frankreich; er beteiligte sich an der Revolution, verherrlichte Napoleon in einer Reihe von Bildnissen und starb im Exil in Brüssel.
Jean-Auguste-Dominique Ingres1780–1867. Schüler Davids, gewann 1801 ein Stipendium für Rom und verteidigte einen strengen Klassizismus gegen Delacroix’ Romantik; heute ist er vor allem für seine Porträts berühmt.
Angelika Kauffmann1741–1807. In der Schweiz geborene Malerin von Historienbildern und Porträts und Mitglied der Royal Academy in London; sie starb in Rom.
Anton Raphael Mengs1728–1779. In Böhmen geboren, lebte er lange in Rom, wo ihm Winckelmann half, seinen klassizistischen Stil zu entwickeln; von 1761 bis 1771 arbeitete er für Karl III. in Madrid.
François Gérard1770–1837. In Rom geboren und bei David ausgebildet; sein „Amor und Psyche“ war im Salon von 1798 zu sehen, später malte er Napoleon, Kaiserin Joséphine und Talleyrand.
Anne-Louis Girodet1767–1824. Ein Schüler Davids; der Louvre zeigt seine „Grablegung der Atala“, die „Szene aus der Sintflut“ und „Pygmalion und Galatea“ in seinem Saal des Klassizismus.
Adélaïde Labille-Guiard1749–1803. Pariser Porträtmalerin und Mitglied der Königlichen Akademie für Malerei und Bildhauerei, die Malerinnen ausbildete; sie lernte bei François-André Vincent, dessen Bildnis hier zu sehen ist.
Benjamin West1738–1820. Im kolonialen Pennsylvania geborener Maler, der Präsident der Royal Academy in London wurde; die Tate zählt ihn zu den Malern des britischen Klassizismus.
Gemälde von Jacques-Louis David
Die National Gallery in London nennt Jacques-Louis David den führenden Maler des Klassizismus in Frankreich. Er nahm an der Revolution teil, und seine Bilder Napoleons als General, Konsul und Kaiser trugen zur Verherrlichung des französischen Herrschers bei.
Napoleon beim Überschreiten der AlpenJacques-Louis David
Die SabinerinnenJacques-Louis David
Leonidas bei den ThermopylenJacques-Louis David
Napoleon in seinem Arbeitszimmer in den TuilerienJacques-Louis David
Antoine-Laurent Lavoisier und seine FrauJacques-Louis David
Mars, von Venus entwaffnetJacques-Louis David
Porträts des Klassizismus
Ingres hielt Porträts für weniger wichtig als die Historienmalerei, doch heute ist er vor allem für Bildnisse wie das der Madame Moitessier berühmt, sagt die National Gallery in London. Für ihre Pose entlehnte er eine Göttin aus einem römischen Wandbild, das in Herculaneum gefunden wurde.
Madame MoitessierJean-Auguste-Dominique Ingres
Bildnis des Monsieur BertinJean-Auguste-Dominique Ingres
Comtesse d’HaussonvilleJean-Auguste-Dominique Ingres
Mademoiselle Caroline RivièreJean-Auguste-Dominique Ingres
Die Schwestern Zénaïde und Charlotte BonaparteJacques-Louis David
Joachim Murat, König von NeapelFrançois Gérard
Griechenland und Rom in der Malerei des Klassizismus
Die Historienmalerei, die die Akademien über alle anderen Gattungen stellten, nahm ihre Themen aus Geschichte und Mythen Griechenlands und Roms, bemerkt die Tate. Die Maler des Klassizismus erzählten die Geschichten von Ödipus, Achill, Homer, Belisar, Vergil und der Mutter der Gracchen neu.
Ödipus und die SphinxJean-Auguste-Dominique Ingres
Die Gesandten Agamemnons im Zelt des AchillJean-Auguste-Dominique Ingres
Die Apotheose HomersJean-Auguste-Dominique Ingres
BelisarFrançois Gérard
Vergil liest Augustus, Octavia und Livia die Aeneis vorJean-Baptiste Wicar
Cornelia, Mutter der GracchenAngelika Kauffmann
Merkmale des Klassizismus in der Malerei

Themen aus Griechenland und Rom
Drei Brüder in römischer Rüstung und Sandalen leisten ihren Schwur unter schlichten Steinbögen. Werke des Klassizismus ahmen griechische und römische Formen und Motive nach, so das Kunstvokabular des Getty.
Der Schwur der Horatier, Jacques-Louis David

Klare Umrisse
Ingres zeichnete den langen Rücken und den Arm der Odaliske in sauberen, ununterbrochenen Kurven. Das Kunstvokabular des Getty beschreibt Werke des Klassizismus als oft linear.
Die große Odaliske, Jean-Auguste-Dominique Ingres

Gleichgewicht und Symmetrie
Homer thront in der Mitte vor einem griechischen Tempel, von einer geflügelten Victoria bekränzt, seine Verehrer beiderseits aufgereiht. Laut Louvre lehnte Ingres die Komposition an Raffaels „Parnass“ an; das Kunstvokabular des Getty nennt Werke des Klassizismus symmetrisch.
Die Apotheose Homers, Jean-Auguste-Dominique Ingres

Strenge, karge Räume
Die ganze obere Hälfte des Bildes ist leere Wand, und Marats Schreibpult ist eine einfache Holzkiste. Die National Gallery in London hebt die Strenge von Komposition und Thema in Davids Bildern hervor.
Der Tod des Marat, Jacques-Louis David

Eine Lehre in Tugend
Sokrates lehrt weiter, eine Hand erhoben, während er nach dem Schierlingsbecher greift und seine Schüler um ihn verzweifeln. Die neue Betonung der öffentlichen, belehrenden Aufgabe der Kunst förderte den Aufstieg des Klassizismus, sagt die National Gallery in London.
Der Tod des Sokrates, Jacques-Louis David

Körper nach antiken Vorbildern
Ingres’ Akt steht in einer Nische, das Gewicht auf einem Bein, wie eine antike Statue. Seine Ausbildung, so die National Gallery in London, kreiste um das Studium des Aktes und der klassischen Kunst.
Die Quelle, Jean-Auguste-Dominique Ingres
Vor und nach dem Klassizismus
Barockum 1590–1750
Rokokoum 1715–1770er
Klassizismusum 1750–1850
Romantikum 1780–1850
Salonmalerei (akademische Malerei)Mitte bis Ende 19. Jh.
Klassizismus im Vergleich mit Rokoko und Romantik
| Vergleich | Rokoko | Klassizismus | Romantik |
|---|---|---|---|
| Zeitraum | um 1715–1770er | um 1750–1850 | um 1780–1850 |
| Themen | Liebe, Heiterkeit und sinnliches Vergnügen | Geschichte und Mythen Griechenlands und Roms, moderne Helden, Porträts | Wilde Natur, Stürme, Kriege und Revolutionen der eigenen Zeit, Mittelalter, Albträume |
| Erscheinung | Leichte, helle Farben, Kurven und Asymmetrie | Klare Umrisse, Symmetrie, strenge Gestaltung | Malerisch und dynamisch |
| Ziel | Vergnügen und Dekoration | Reine klassische Form und moralische Lehre | Gefühl und persönlicher Ausdruck |
| Berühmtes Beispiel | Fragonard, „Die Schaukel“ | David, „Der Schwur der Horatier“ | Friedrich, „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ |
| Wichtige Künstler | Watteau, Boucher, Fragonard | David, Ingres, Kauffmann, Mengs | Friedrich, Turner, Constable, Delacroix, Goya |
Gemälde des Klassizismus und ihre Künstler
Die berühmten Gemälde des Klassizismus: wer sie malte, wann sie entstanden und wo sie sich heute befinden.
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| Gemälde | Gemalt von | Jahr | Technik | Maße | Standort | Stadt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Der Tod des Sokrates | Jacques-Louis David | 1787 | Öl auf Leinwand | 129,5 × 196,2 cm | Metropolitan Museum of Art | New York |
| Der Schwur der Horatier | Jacques-Louis David | 1784 | Öl auf Leinwand | 330 × 425 cm | Louvre | Paris |
| Der Tod des Marat | Jacques-Louis David | 1793 | Öl auf Leinwand | 165 × 128 cm | Königliche Museen der Schönen Künste | Brüssel |
| Die große Odaliske | Jean-Auguste-Dominique Ingres | 1814 | Öl auf Leinwand | 91 × 162 cm | Louvre | Paris |
| Die Quelle | Jean-Auguste-Dominique Ingres | 1856 | Öl auf Leinwand | 163 × 80 cm | Musée d’Orsay | Paris |
| Napoleon I. auf dem Kaiserthron | Jean-Auguste-Dominique Ingres | 1806 | Öl auf Leinwand | 260 × 163 cm | Musée de l’Armée | Paris |
| Der Tod des Generals Wolfe | Benjamin West | 1770 | Öl auf Leinwand | 152,6 × 214,5 cm | National Gallery of Canada | Ottawa |
| Amor und Psyche | François Gérard | 1798 | Öl auf Leinwand | 186 × 132 cm | Louvre | Paris |
| Die Grablegung der Atala | Anne-Louis Girodet | 1808 | Öl auf Leinwand | 207 × 267 cm | Louvre | Paris |
| Aurora und Kephalos | Pierre-Narcisse Guérin | 1810 | Öl auf Leinwand | 254,5 × 186 cm | Louvre | Paris |
| Ariadne, von Theseus verlassen | Angelika Kauffmann | 1774 | Öl auf Leinwand | 63,8 × 90,9 cm | Museum of Fine Arts | Houston |
| Bildnis der Madeleine | Marie-Guillemine Benoist | 1800 | Öl auf Leinwand | 81 × 65 cm | Louvre | Paris |
| Selbstbildnis mit zwei Schülerinnen | Adélaïde Labille-Guiard | 1785 | Öl auf Leinwand | 210,8 × 151,1 cm | Metropolitan Museum of Art | New York |
| Szene aus der Sintflut | Anne-Louis Girodet | 1806 | Öl auf Leinwand | 432 × 341 cm | Louvre | Paris |
| Pygmalion und Galatea | Anne-Louis Girodet | 1819 | Öl auf Leinwand | 253 × 202,5 cm | Louvre | Paris |
| Telemachos und die Nymphen der Kalypso | Angelika Kauffmann | 1782 | Öl auf Leinwand | 82,6 × 112,4 cm | Metropolitan Museum of Art | New York |
| Der Kummer des Telemachos | Angelika Kauffmann | 1783 | Öl auf Leinwand | 83,2 × 114,3 cm | Metropolitan Museum of Art | New York |
| Bildnis der Juliette Récamier | François Gérard | 1802–1805 | Öl auf Leinwand | 225 × 148 cm | Musée Carnavalet | Paris |
| Die Amorettenhändlerin | Joseph-Marie Vien | 1763 | Öl auf Leinwand | 98 × 122 cm | Schloss Fontainebleau | Fontainebleau |
| Die Rückkehr des Marcus Sextus | Pierre-Narcisse Guérin | 1799 | Öl auf Leinwand | 217 × 243 cm | Louvre | Paris |
| Marius in Minturnae | Jean-Germain Drouais | 1786 | Öl auf Leinwand | 271 × 365 cm | Louvre | Paris |
| Die Großmut des Scipio | Pompeo Batoni | 1771 | Öl auf Leinwand | 226,5 × 297,5 cm | Eremitage | Sankt Petersburg |
| Phädra und Hippolytos | Pierre-Narcisse Guérin | 1802 | Öl auf Leinwand | 257 × 335 cm | Louvre | Paris |
| Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord, Fürst von Benevent | François Gérard | 1808 | Öl auf Leinwand | 213 × 147 cm | Metropolitan Museum of Art | New York |
Klassizismus: Fragen und Antworten
Was ist Klassizismus in der Kunst?
Klassizismus bedeutet in der Kunst die Wiederbelebung der griechischen und römischen Antike im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die National Gallery in London erklärt den englischen Namen „Neoclassicism“ wörtlich als „neuen Klassizismus“: Künstler griffen bewusst klassische Vorbilder auf, also die antike Kunst, vor allem Architektur und Skulptur, und spätere Maler wie Raffael und Poussin, die ihr gefolgt waren. Das Kunstvokabular des Getty datiert den Stil von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, in Europa und Amerika, angeregt von archäologischen Funden im Mittelmeerraum.
Quellen: National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar) · Getty AAT: Neoclassical
Was sind die Merkmale des Klassizismus in der Malerei?
Die Malerei des Klassizismus ist klar, ruhig und ernst: scharfe Umrisse, ausgewogene, symmetrische Kompositionen und Themen aus Geschichte und Mythen Griechenlands und Roms. Das Kunstvokabular des Getty beschreibt klassizistische Werke als oft linear, symmetrisch und sogar streng, in Nachahmung griechischer und römischer Formen und Motive. Laut National Gallery in London fielen Davids Gemälde der 1780er-Jahre wie „Der Schwur der Horatier“ durch die Strenge von Komposition und Thema auf, und die neue Betonung der öffentlichen, belehrenden Rolle der Kunst trug zum Aufstieg des Klassizismus bei.
Quellen: Getty AAT: Neoclassical · National Gallery (London): Jacques-Louis David · National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar)
Wann war der Klassizismus?
Der Klassizismus begann um 1750 und dauerte bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Laut Tate entstand er um 1750, nach der Entdeckung der römischen Ruinen von Pompeji und der Veröffentlichung von Winckelmanns „Geschichte der Kunst des Alterthums“ im Jahr 1764. Das Kunstvokabular des Getty datiert den Stil von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts; in diesen späten Jahren verteidigte Ingres, so die National Gallery in London, einen strengen Klassizismus gegen die Romantik von Delacroix.
Quellen: Tate: Neoclassicism · Getty AAT: Neoclassical · National Gallery (London): Jean-Auguste-Dominique Ingres
Wo und warum entstand der Klassizismus?
Der Klassizismus entstand in Rom, unter Künstlern, die dort die Überreste der Antike studierten, und verbreitete sich nach Paris, London und ins übrige Europa. Er war eine Abkehr vom dekorativen Rokoko hin zur ernsten, geordneten Kunst der Antike: Das Kunstvokabular des Getty nennt ihn eine Reaktion auf die Üppigkeit des Rokoko, angeregt von Funden im Mittelmeerraum, und die National Gallery in London zählt die Ausgrabungen antiker Stätten in Italien zu seinen Ursachen. David malte „Der Schwur der Horatier“ in Rom und zeigte das Bild 1785 in seinem römischen Atelier, bevor es in den Pariser Salon kam, wie der Louvre festhält.
Quellen: National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar) · National Gallery (London): Anton Raphael Mengs · Louvre · Tate: Neoclassicism · Getty AAT: Neoclassical
Welche Rolle spielte Johann Joachim Winckelmann für den Klassizismus?
Der deutsche Gelehrte Johann Joachim Winckelmann prägte den Klassizismus zusammen mit dem Maler Anton Raphael Mengs entscheidend mit; beide lebten in Rom, auch wenn kein Einzelner die Bewegung begründete. Laut Tate verdankte der Klassizismus seine Blüte nicht zuletzt Winckelmanns einflussreicher „Geschichte der Kunst des Alterthums“ von 1764, und laut National Gallery in London half Winckelmanns Einfluss Mengs, seinen klassizistischen Stil auszubilden. In Frankreich wurde Jacques-Louis David, ausgebildet von dem klassizistisch arbeitenden Maler Vien, zum führenden Maler der Bewegung, so die National Gallery.
Quellen: Tate: Neoclassicism · National Gallery (London): Anton Raphael Mengs · National Gallery (London): Jacques-Louis David
Was ist der Unterschied zwischen Klassizismus und Neoklassizismus?
Im Deutschen heißt die Kunstrichtung von etwa 1750 bis 1850, die das Englische „Neoclassicism“ nennt, Klassizismus; „Neoklassizismus“ wird oft gleichbedeutend gebraucht. Der Duden versteht unter Neoklassizismus aber etwas anderes: formalistische und historisierende Tendenzen in der Architektur des 20. Jahrhunderts, die sich besonders in kolossalen Säulenordnungen ausdrücken. Klassizismus ist nach dem Duden dagegen die Stilform, die im Anschluss an antike, besonders römische Vorbilder Klarheit und Strenge sucht. Die Gemälde von David, Ingres oder Angelika Kauffmann gehören zum Klassizismus; die National Gallery in London übersetzt „Neoclassicism“ wörtlich als „neuen Klassizismus“.
Quellen: Duden: Neoklassizismus · Duden: Klassizismus · National Gallery (London): Neoclassicism (Glossar) · Tate: Neoclassicism
Was ist der Unterschied zwischen Rokoko und Klassizismus?
Das Rokoko ist leicht, verspielt und dekorativ; der Klassizismus, der es im späten 18. Jahrhundert ablöste, ist nüchtern, linear und ernst. Die Tate beschreibt das Rokoko als leichten, sinnlichen, stark dekorativen französischen Stil aus kurzen Kurven und Voluten, wie bei Boucher, Fragonard und Watteau; nach dem Kunstvokabular des Getty wurde es im späten 18. Jahrhundert vom Klassizismus verdrängt, dessen Werke linear, symmetrisch und sogar streng sind. Die National Gallery in London bemerkt, dass der Name Rokoko zuerst von den Klassizisten selbst gebraucht wurde, als Schimpfwort.
Quellen: Tate: Rococo · Getty AAT: Rococo · Getty AAT: Neoclassical · National Gallery (London): Rococo (Glossar)
Wer sind die bekanntesten Maler des Klassizismus?
Die bekanntesten Maler des Klassizismus sind Jacques-Louis David und Jean-Auguste-Dominique Ingres in Frankreich sowie Anton Raphael Mengs und Angelika Kauffmann; unter den Bildhauern Antonio Canova. Die National Gallery in London nennt David den führenden Maler des Klassizismus in Frankreich und seinen Schüler Ingres den Verteidiger eines strengen Klassizismus. Für Großbritannien nennt die Tate die Gemälde von Joshua Reynolds, Benjamin West und James Barry und die Skulpturen John Flaxmans. Canovas Marmorgruppe „Die drei Grazien“, 1814–1817 in Rom für den Herzog von Bedford gemeißelt, gehört dem Victoria and Albert Museum in London.
Quellen: National Gallery (London): Jacques-Louis David · National Gallery (London): Jean-Auguste-Dominique Ingres · National Gallery (London): Anton Raphael Mengs · Tate: Neoclassicism · Victoria and Albert Museum: Canova, Die drei Grazien
Welche Gemälde des Klassizismus sind am berühmtesten?
Zu den berühmtesten Gemälden des Klassizismus gehören Jacques-Louis Davids „Der Schwur der Horatier“ (1784), „Der Tod des Sokrates“ (1787) und „Der Tod des Marat“ (1793) sowie Ingres’ „Die große Odaliske“ (1814). Im „Schwur der Horatier“ schwören drei Brüder in römischer Rüstung unter schlichten Steinbögen einen Eid auf die Schwerter, die ihr Vater emporhält, während die Frauen der Familie trauern. Ludwig XVI. hatte das Bild bestellt; David malte es in Rom und zeigte es im Salon von 1785, und laut National Gallery in London machten ihn solche Bilder berühmt. Der Louvre hängt es in seinem Saal des Klassizismus, der Salle Daru.
Quellen: Louvre · National Gallery (London): Jacques-Louis David · Metropolitan Museum of Art · Königliche Museen der Schönen Künste, Brüssel (französisch) · Louvre
Was hat der Klassizismus mit der Französischen Revolution und Napoleon zu tun?
In Frankreich war der Klassizismus eng mit der Revolution und mit Napoleon verbunden, vor allem durch Jacques-Louis David. Laut National Gallery in London beteiligte sich David aktiv an der Revolution von 1789, wurde zum Abgeordneten gewählt und half, die Königliche Akademie für Malerei und Bildhauerei abzuschaffen; seine Bilder Napoleons als General, Konsul und Kaiser trugen zur Verherrlichung des französischen Herrschers bei, und von der Revolution bis zu Napoleons Sturz prägten David und seine Werkstatt die französische Kunst. Sein Bild „Der Tod des Marat“ zeigt einen Mitabgeordneten, den Charlotte Corday im Juli 1793 ermordete.
Wie sehen Porträts des Klassizismus aus?
Porträts des Klassizismus sind ruhige, präzise gemalte Bildnisse, und manche Dargestellte posieren wie Figuren der antiken Kunst. Laut National Gallery in London übernahm Ingres die Haltung der Madame Moitessier von einem in Herculaneum gefundenen römischen Wandbild, das die Göttin Arkadiens zeigt, und malte ihren Schmuck mit der Glätte und dem Glanz von Email. David porträtierte 1788 den Chemiker Antoine Lavoisier und seine Frau, Gérard 1808 den Diplomaten Talleyrand; beide Bilder befinden sich im Metropolitan Museum of Art in New York.
Quellen: National Gallery (London): Ingres, Madame Moitessier · Metropolitan Museum of Art · Metropolitan Museum of Art
Was ist der Unterschied zwischen Klassizismus und Biedermeier?
Der Klassizismus war eine europäische Kunstrichtung von etwa 1750 bis 1850, die Themen aus Geschichte und Mythen der Antike in klaren Umrissen und strenger Komposition malte und eine moralische Lehre vermitteln wollte. Das Biedermeier ist nach dem Kunstvokabular des Getty dagegen ein Stil der Künste Mitteleuropas von den 1820er- bis in die 1850er-Jahre, verbunden mit dem Geschmack des Bürgertums: schlichte, unprätentiöse Formen und gefühlvolle Darstellungen von Mensch und Natur. Im Mittelpunkt standen, so das Belvedere in Wien, Familie und häusliches Glück; beliebt waren Familienporträts, gemütliche Interieurs, Blumenbilder und die heimatliche Landschaft, etwa bei Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich von Amerling.
Quellen: Getty AAT: Biedermeier · Belvedere (Wien): Bessere Zeiten? Waldmüller und das Wiener Biedermeier · Getty AAT: Neoclassical · Tate: Neoclassicism
Sind Gemälde des Klassizismus gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen?
Ja. Alle in dieser Auswahl genannten Maler starben spätestens 1889; ihre Werke sind daher in den USA gemeinfrei und ebenso in allen Ländern, in denen das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers erlischt. Sie können sie kostenlos herunterladen und für jeden Zweck nutzen, auch kommerziell. Einige Länder haben eigene Regeln für Fotografien von Kunstwerken; prüfen Sie diese, wenn Sie außerhalb der USA veröffentlichen.
Quellen: Cornell University Library: Schutzfristen und Gemeinfreiheit in den USA (englisch)
So haben wir die berühmten Gemälde ausgewählt
Die berühmten Gemälde in dieser Auswahl sind die Werke des Klassizismus, die weltweit am bekanntesten sind. Gemessen haben wir das an der Zahl der Sprachen, in denen eine Enzyklopädie einen eigenen Artikel über das jeweilige Bild hat (Stand: November 2026). Kein Maler ist mit mehr als drei Bildern vertreten; deshalb erscheinen Davids „Napoleon beim Überschreiten der Alpen“ und „Die Sabinerinnen“ weiter unten in einer eigenen Reihe.
Aufgenommen haben wir nur Gemälde, die das besitzende Museum, Wikidata oder unser eigener Katalog dem Klassizismus zuordnet, und nur Bilder mit Artikeln in mindestens zwei Sprachen. Der Louvre hängt Ingres’ „Die große Odaliske“ in seinem Saal des Klassizismus, der Salle Daru, deshalb steht sie hier. Auch die Schlachtenbilder von Gros und Goyas frühe Porträts werden manchmal klassizistisch genannt; der Louvre hängt Gros’ „Napoleon auf dem Schlachtfeld von Eylau“ bei den Gemälden der Romantik, und Goya finden Sie auf unserer Seite zur Romantik.
Daten, Maße und Standorte stammen aus den Verzeichnissen der Museen und aus Wikidata.
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