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Kunstepoche · um 1520–1600 · Italien

Manierismus: Kunst und Malerei

Der Manierismus ist eine Kunstrichtung der Spätrenaissance, die um 1520 in Italien auf die Hochrenaissance folgte: Maler in der Nachfolge Raffaels und Michelangelos verwandelten deren Harmonie in bewusste Künstlichkeit, mit gestreckten, eleganten Figuren, verschachtelten Haltungen und unnatürlichen, dekorativen Farben. Die Kunstepoche dauerte bis etwa 1600 und breitete sich von Florenz und Rom über ganz Europa aus. Zu den manieristischen Malern gehören Pontormo, Rosso Fiorentino, Parmigianino, Bronzino, Tintoretto und El Greco.

In Toledo malte El Greco das „Begräbnis des Grafen von Orgaz“ als zwei Welten: unten ein dunkles irdisches Begräbnis, nur von Fackeln erhellt, oben ein heller Himmel. Bei der Ablieferung 1588 wurde es auf 1.200 Dukaten geschätzt, eine Summe, die der Pfarrer übertrieben fand, bis der Rat des Erzbischofs entschied, dass sie zu zahlen sei.

Unten finden Sie 580 Gemälde und Kunstwerke des Manierismus, alle gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.

Auswahl und Texte: Pavel MazuelasAktualisiert am 5. November 2026

Gehört zu: Kunstepochen und Kunststile der Malerei von der Romanik bis heuteSiehe auch: Renaissance, Barock, Berühmte Porträts

Alle Gemälde und Kunstwerke des Manierismus

Vor allem El Greco: religiöse Gemälde und Bildnisse, dazu Mythen, Allegorien und einige Zeichnungen und Skulpturen. Alle gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen.

Berühmte Gemälde des Manierismus

Die bekanntesten Gemälde des Manierismus, von Florenz und Rom bis Toledo. Klicken Sie auf ein Gemälde, um es aus der Nähe zu sehen und kostenlos herunterzuladen.

Künstler des Manierismus

Zehn Maler im Zentrum des Manierismus, von Florenz, Parma und Venedig bis Toledo, Prag und Haarlem. Jeder Link führt zu allen Gemälden des Künstlers.

Gemälde von El Greco

Auf Kreta geboren und in Venedig ausgebildet, entwickelte El Greco dort seinen intensiven, farbigen manieristischen Stil und hatte sich bis 1577 in Toledo niedergelassen, so die National Gallery in London. Sein später „Laokoon“, das einzige bekannte antike Thema, das er malte, zeigt seine sich windenden Linien und grellen Farben.

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Porträts des Manierismus

Bronzino ist vor allem für seine Bildnisse Cosimos I. de’ Medici, seiner Frau Eleonora, ihrer Kinder und ihres Hofs berühmt, so die National Gallery in London. Sein Lehrer Pontormo ließ den kleinen Kopf eines Monsignore vor der gewaltigen Masse seines Umhangs noch kleiner wirken, bemerkt die National Gallery of Art.

Alle Gemälde von Bronzino →

Merkmale des Manierismus in der Kunst

  • Venus, Amor, Torheit und Zeit von Agnolo Bronzino

    Künstlichkeit statt Natur

    Bronzino ließ seine Pinselstriche zu einer emailartigen Oberfläche verschwimmen und beleuchtete die marmorgleichen Glieder mit grellem weißem Licht. Die manieristische Kunst, so die National Gallery in London, wandte sich gegen Harmonie, Proportion und Naturtreue der Hochrenaissance.

    Venus, Amor, Torheit und Zeit, Agnolo Bronzino

  • Der tote Christus mit Engeln von Rosso Fiorentino

    Gestreckte, verdrehte Körper

    Rossos Christus sinkt schwer und gestreckt zur Seite, umgeben von Engeln, die in einen flachen Raum gedrängt sind. Das Museum of Fine Arts in Boston fasst den Manierismus als kräftige, ungewöhnliche Farben, gedrängte oder mehrdeutige Räume und gestreckte, oft verdrehte Figuren zusammen.

    Der tote Christus mit Engeln, Rosso Fiorentino

  • Laokoon von El Greco

    Unnatürliche Farben und Räume

    El Grecos Schlangen, die blassen Körper und der stürmische Himmel über Toledo gehorchen weder gewöhnlichem Licht noch der Perspektive. Die National Gallery of Art in Washington sieht sich windende Linien, grelle Farben, einen unlogisch angelegten Raum und widernatürliche Hauttöne.

    Laokoon, El Greco

  • Die Vision des heiligen Hieronymus von Parmigianino

    Verzerrte Proportionen, verunsichernder Raum

    Der Täufer zeigt mit einem übertrieben langen Finger nach oben; Marias Beine wirken massig neben dem zarten Kopf und Hals, und Hieronymus schläft in einem Raum, der keinen Sinn ergibt. Die National Gallery in London nennt diese verunsichernde Raumgestaltung typisch für die Künstler, die man seither Manieristen nennt.

    Die Vision des heiligen Hieronymus, Parmigianino

  • Eleonora von Toledo und ihr Sohn Giovanni von Agnolo Bronzino

    Kühle, polierte Hofporträts

    Die Herzogin sitzt still wie eine Statue, jeder Faden ihres Brokats und jede Perle mit gleicher Sorgfalt gemalt. Bronzino, Hofmaler der Medici, ist vor allem für solche Bildnisse berühmt, so die National Gallery in London.

    Eleonora von Toledo und ihr Sohn Giovanni, Agnolo Bronzino

  • Das Begräbnis des Grafen von Orgaz von El Greco

    Erde und Himmel in zwei Stilen

    El Greco malte das Begräbnis unten in Schwarz und Grau, nur von Fackeln erhellt, und den Himmel darüber in Blau, Rot und Grün. Die Kirche Santo Tomé beschreibt die beiden Welten als durch Stil, Licht und Farbe voneinander getrennt.

    Das Begräbnis des Grafen von Orgaz, El Greco

Vor und nach dem Manierismus

  1. Mona Lisa von Leonardo da VinciRenaissanceum 1400–1600
  2. Die Arnolfini-Hochzeit von Jan van EyckFlämische Malerei (Renaissance nördlich der Alpen)15.–16. Jh.
  3. Venus, Amor, Torheit und Zeit von Agnolo BronzinoManierismusum 1520–1600
  4. Las Meninas (Die Hoffräulein) von Diego VelázquezBarockum 1590–1750
  5. Die Schaukel von Jean-Honoré FragonardRokokoum 1715–1770er

Manierismus im Vergleich mit Renaissance und Barock

VergleichRenaissanceManierismusBarock
Zeitraumum 1400–1600um 1520–1600um 1590–1750
KompositionAusgewogen und harmonischGekünstelt, gedrängt und verschachteltKräftige Diagonalen und Kurven, voller Bewegung
FigurenIdealisiert, nach griechischen und römischen VorbildernGestreckt, elegant, oft verdrehtLebensnah, oft einfache Menschen
FarbeNatürliche Farben und natürliches LichtKräftige, unnatürliche, dekorative FarbenStarke Hell-Dunkel-Kontraste
Berühmtes BeispielLeonardo, „Mona Lisa“El Greco, „Das Begräbnis des Grafen von Orgaz“Velázquez, „Las Meninas“
Wichtige KünstlerLeonardo, Michelangelo, RaffaelPontormo, Bronzino, Tintoretto, El GrecoCaravaggio, Rubens, Velázquez

Gemälde des Manierismus und ihre Künstler

Die Gemälde des Manierismus oben: wer sie malte, wann, und wo sich jedes Werk heute befindet.

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Berühmte Werke dieser Kunstrichtung mit Künstler, Jahr, Technik und Maßen sowie dem Museum und der Stadt, in denen sich das jeweilige Werk befindet.
GemäldeGemalt vonJahrTechnikMaßeStandortStadt
Das Begräbnis des Grafen von OrgazEl Greco1586–1588Öl auf Leinwand480 × 360 cmKirche Santo ToméToledo
Blick auf ToledoEl Grecoum 1599–1600Öl auf Leinwand121,3 × 108,6 cmMetropolitan Museum of ArtNew York
Madonna mit dem langen HalsParmigianino1534–1540Öl auf Holz219 × 132 cmUffizienFlorenz
Venus, Amor, Torheit und ZeitAgnolo Bronzinoum 1545Öl auf Holz146,1 × 116,2 cmNational GalleryLondon
Das letzte AbendmahlTintoretto1592–1594Öl auf Leinwand370 × 570 cmSan Giorgio MaggioreVenedig
Die Entkleidung Christi (El Expolio)El Greco1577–1579Öl auf Leinwand285 × 173 cmKathedrale von ToledoToledo
Eleonora von Toledo und ihr Sohn GiovanniAgnolo Bronzino1544–1545Öl auf Holz115 × 96 cmUffizienFlorenz
Rudolf II. als VertumnusGiuseppe Arcimboldo1590Öl auf Holz68 × 56 cmSchloss SkoklosterSkokloster
Papst Paul III. und seine EnkelTizian1545–1546Öl auf Leinwand210 × 176 cmMuseo di CapodimonteNeapel
Das SklavenwunderTintoretto1547–1548Öl auf Leinwand415 × 541 cmGallerie dell’AccademiaVenedig
Vulkan überrascht Venus und MarsTintorettoum 1555Öl auf Leinwand135 × 198 cmAlte PinakothekMünchen
Andrea Doria als NeptunAgnolo Bronzinoum 1545–1546Öl auf Leinwand199,5 × 149 cmPinacoteca di BreraMailand
Selbstbildnis im KonvexspiegelParmigianino1523–1524Öl auf Holz24,4 cm DurchmesserKunsthistorisches MuseumWien
Die SchachpartieSofonisba Anguissola1555Öl auf Leinwand72 × 97 cmNationalmuseum PosenPosen
Der BibliothekarGiuseppe Arcimboldo1562Öl auf Leinwand97 × 71 cmSchloss SkoklosterSkokloster
Mariä VerkündigungTizianum 1563–1566Öl auf Leinwand403 × 235 cmSan SalvadorVenedig
Die Vision des heiligen HieronymusParmigianino1526–1527Öl auf Holz342,9 × 148,6 cmNational GalleryLondon
Der JuristGiuseppe Arcimboldo1566Öl auf Leinwand64 × 51 cmNationalmuseumStockholm
Bildnis von Vater, Schwester und Bruder der KünstlerinSofonisba Anguissolaum 1559Öl auf Leinwand157 × 122 cmNivaagaards MalerisamlingNivå
Moses verteidigt die Töchter JethrosRosso Fiorentino1523–1527Öl auf Leinwand160 × 117 cmUffizienFlorenz
Bildnis eines HellebardiersPontormoum 1529Öl auf Holz, auf Leinwand übertragen92 × 72 cmJ. Paul Getty MuseumLos Angeles
Jupiter und Antiope (Venus del Pardo)Tizianum 1552Öl auf Leinwand196 × 385 cmLouvreParis
Die KreuzabnahmeRosso Fiorentino1521Öl auf Holz375 × 196 cmPinacoteca e Museo Civico di VolterraVolterra
Die HeimsuchungPontormoum 1528–1529Öl auf Holz202 × 156 cmKirche Santi Michele e FrancescoCarmignano
Die Kreuzabnahme ChristiPontormo1525–1528Öl auf Holz313 × 192 cmKirche Santa FelicitaFlorenz

Manierismus: Fragen und Antworten

Was ist Manierismus in der Kunst?

Manierismus ist in der Kunst der elegante, gekünstelte Stil, der in Italien von etwa 1520 bis 1600 auf die Hochrenaissance folgte. Die Tate beschreibt ihn als den Stil der Nachfolger Raffaels und Michelangelos, geprägt von Künstlichkeit, Eleganz und einer sinnlichen Verzerrung der menschlichen Figur: Statt die Harmonie dieser Meister zu übernehmen, bauten sie höchst künstliche Kompositionen, die ihr Können zur Schau stellten. Das Kunstvokabular des Getty nennt außerdem Fantasie, Experimente mit der Farbe und ein neues Menschenbild von gestreckter, blasser, übersteigerter Eleganz.

Quellen: Tate: Mannerist · Getty AAT: Mannerist

Was sind die Merkmale des Manierismus in der Kunst?

Gemälde des Manierismus zeigen gestreckte, oft verdrehte Figuren, gedrängte oder mehrdeutige Räume und kräftige, ungewöhnliche Farben, so fasst das Museum of Fine Arts in Boston den Stil zusammen. Die National Gallery in London nennt dazu eine hochpolierte, bewusst stilisierte Oberfläche, nach dem Vorbild Michelangelos idealisierte Figuren, unnatürliche Farben zu dekorativen und ausdrucksvollen Zwecken und absichtlich verschachtelte, geistreiche Kompositionen. In Bronzinos Allegorie verschwimmen die Pinselstriche zu einer fast emailartigen Oberfläche, grelles weißes Licht fällt auf marmorgleiche Glieder, und Changeant-Farben schillern wie Seide.

Quellen: Museum of Fine Arts (Boston) (Google Arts & Culture) · National Gallery (London): Mannerist (Glossar) · National Gallery (London) · Getty AAT: Mannerist

Wann und wo entstand der Manierismus?

Der Manierismus entstand um 1520 in Italien, in Florenz und Rom, und dauerte bis etwa 1600, zwischen Hochrenaissance und Barock. Die Tate datiert ihn von etwa 1520 bis 1600, das Kunstvokabular des Getty von den 1520er-Jahren bis etwa 1590 und lässt ihn vor allem in Rom entstehen. Seine ersten Maler waren die Florentiner Pontormo und Rosso Fiorentino. Nach der Plünderung Roms 1527 ging Rosso nach Norden und 1530 an das französische Königsschloss Fontainebleau, El Greco brachte den Stil nach Toledo, wo er bis zu seinem Tod 1614 arbeitete, und Bartholomeus Spranger, Hofmaler Kaiser Rudolfs II. in Prag, prägte die Manieristen in Haarlem.

Quellen: Tate: Mannerist · Getty AAT: Mannerist · National Gallery (London): Mannerist (Glossar) · National Gallery (London): Rosso Fiorentino · National Gallery (London): El Greco · National Gallery (London): Joachim Wtewael

Auf welchen Kunststil folgt der Manierismus?

Der Manierismus folgt auf die Hochrenaissance, den kurzen Höhepunkt der Renaissance von etwa 1500 bis 1530. Die Tate beschreibt ihn als den Stil der Nachfolger Raffaels und Michelangelos von etwa 1520 bis 1600, die von den Meistern der Renaissance beeinflusst waren und zugleich auf sie reagierten. Das Kunstvokabular des Getty datiert ihn von den 1520er-Jahren bis etwa 1590 und beschreibt ihn als Abkehr vom klassischen Ideal der Renaissance. Auf den Manierismus folgte der Barock, laut der Tate der vorherrschende Stil des 17. Jahrhunderts.

Quellen: Tate: Mannerist · Tate: Renaissance · Getty AAT: Mannerist · Tate: Baroque

Wer sind die wichtigsten Künstler des Manierismus?

Die wichtigsten Künstler des Manierismus sind Pontormo, Rosso Fiorentino, Parmigianino und Bronzino in Italien, Tintoretto in Venedig und El Greco in Spanien. Die National Gallery in London nennt Pontormo den Hauptvertreter eines frühen, expressiven Manierismus, Rosso einen seiner Wegbereiter, Parmigianino einen seiner Begründer und führenden Vertreter und Bronzino, Pontormos Schüler, den führenden Maler im Florenz der Mitte des 16. Jahrhunderts. Tintoretto gilt laut der National Gallery meist als Manierist, und El Greco entwickelte in Venedig seinen intensiven, farbigen manieristischen Stil. Im Norden führten Cornelis van Haarlem, Hendrick Goltzius und Karel van Mander die Haarlemer Manieristen an.

Quellen: National Gallery (London): Pontormo · National Gallery (London): Rosso Fiorentino · National Gallery (London): Parmigianino · National Gallery (London): Bronzino · National Gallery (London): Jacopo Tintoretto · National Gallery (London): El Greco · National Gallery (London): Cornelis van Haarlem

Welche Gemälde des Manierismus sind am berühmtesten?

Zu den bekanntesten Gemälden des Manierismus gehören Parmigianinos „Madonna mit dem langen Hals“, Bronzinos „Venus, Amor, Torheit und Zeit“ und sein Bildnis der Eleonora von Toledo mit ihrem Sohn, Pontormos „Kreuzabnahme Christi“ in Santa Felicita, Rosso Fiorentinos „Der tote Christus mit Engeln“, Arcimboldos „Vertumnus“ und El Grecos „Begräbnis des Grafen von Orgaz“. Die National Gallery in London sieht in der Allegorie den Inbegriff der gelehrten, höfischen Kunst des Manierismus; die Uffizien ordnen die „Madonna mit dem langen Hals“ und Eleonora dem Manierismus zu, Schloss Skokloster den „Vertumnus“, und das Museum of Fine Arts in Boston nennt Rosso einen der Hauptvertreter des Stils.

Quellen: National Gallery (London) · Uffizien: Madonna with the Long Neck (Google Arts & Culture) · Uffizien (Google Arts & Culture) · Schloss Skokloster: Vertumnus (Google Arts & Culture) · Museum of Fine Arts (Boston) (Google Arts & Culture) · Friends of Florence: Pontormo, Deposition from the Cross

Welchen Malstil hatte El Greco?

El Grecos Malstil ist ein intensiver, farbiger Manierismus mit gestreckten Figuren, unnatürlichen Farben und visionärem Licht. Laut der National Gallery in London wurde er auf Kreta geboren und dort stark von der byzantinischen Kunst geprägt, lernte in Venedig bei Tizian, ließ sich von Tintoretto und der Familie Bassano anregen, studierte 1570 in Rom Michelangelo und Raffael und hatte sich bis 1577 in Toledo niedergelassen. In seinem späten „Laokoon“ sieht die National Gallery of Art in Washington sich windende Linien, grelle Farben und einen unlogisch angelegten Raum, mit Figuren, die körperlos wirken.

Quellen: National Gallery (London): El Greco · National Gallery of Art (Washington): Laocoön (Google Arts & Culture)

War Michelangelo ein Manierist?

Michelangelo gilt meist als Meister der Hochrenaissance, doch sein Werk war die wichtigste Quelle des Manierismus. Die National Gallery in London nennt ihn den Helden der Hochrenaissance und sieht in der Decke der Sixtinischen Kapelle mit ihren unzähligen Figuren in verschachtelten, gedrehten Haltungen und ihrer überschwänglichen Farbigkeit die Hauptquelle des manieristischen Stils. Die Tate definiert den Manierismus als Stil der Nachfolger Raffaels und Michelangelos von etwa 1520 bis 1600, also der Jahre, in denen Michelangelo selbst 1536–1541 das „Jüngste Gericht“ an die Altarwand der Kapelle malte.

Quellen: National Gallery (London): Michelangelo · Tate: Mannerist · Vatikanische Museen: Sistine Chapel

Was ist der Unterschied zwischen Renaissance und Manierismus?

Die Malerei der Renaissance strebte nach Harmonie, Ausgewogenheit und natürlich wirkenden Figuren; der Manierismus, der ab etwa 1520 folgte, machte sie bewusst künstlich, gestreckt und verschachtelt. Laut der Tate übernahmen die Manieristen nicht die harmonischen Ideale Raffaels und Michelangelos, sondern gingen einen Schritt weiter und schufen höchst künstliche Kompositionen. Die National Gallery in London schreibt, die manieristische Kunst habe sich gegen die Ideale der Hochrenaissance, Harmonie, Proportion und Naturtreue, gewandt und intellektuelle Raffinesse, unnatürliche Eleganz, Künstlichkeit und Instabilität betont.

Quellen: Tate: Mannerist · National Gallery (London) · Getty AAT: Mannerist

Was ist Manierismus nördlich der Alpen?

Manierismus nördlich der Alpen nennt man den manieristischen Stil, wie er sich im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert in den Niederlanden und am Kaiserhof in Prag entwickelte. Laut der National Gallery in London übernahmen die Haarlemer Manieristen um Cornelis van Haarlem, Hendrick Goltzius und Karel van Mander ihren Stil von den Künstlern am Hof Rudolfs II., wo der in Antwerpen geborene Bartholomeus Spranger Hofmaler war; Joachim Wtewael in Utrecht lernte den Stil in Fontainebleau kennen. Das Rijksmuseum bezeichnet Sprangers hohe, schlanke Figuren mit kleinen Köpfen als typisch für sein Werk.

Quellen: National Gallery (London): Cornelis van Haarlem · National Gallery (London): Joachim Wtewael · Rijksmuseum: Spranger, Venus and Adonis

Hat der Manierismus in der Kunst etwas mit dem Manierismus in der Psychiatrie zu tun?

Nein, die beiden teilen nur das Wort. In der Kunst ist der Manierismus laut dem Duden der Stil zwischen Renaissance und Barock, gekennzeichnet durch die Verzerrung der Formen der Renaissance und überlange Proportionen. In der Psychiatrie bezeichnet man mit Manierismen dagegen laut dem DocCheck Flexikon eine Gruppe psychomotorischer Symptome, die vor allem bei Schizophrenie und Autismus vorkommen: unnatürliche, bizarr wirkende, oft stereotype Bewegungen und eine steife, gekünstelte Ausdrucksweise. Gemeinsam ist beiden Bedeutungen nur die Vorstellung des Gekünstelten, die auch die Tate für den Kunststil hervorhebt.

Quellen: Duden: Manierismus · DocCheck Flexikon: Manierismus · Tate: Mannerist

Sind Gemälde des Manierismus gemeinfrei und kostenlos herunterzuladen?

Ja. Alle Maler der berühmten Gemälde des Manierismus, die wir zeigen, starben bis 1638; ihre Werke sind daher in den USA gemeinfrei und ebenso in den Ländern, in denen das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers endet. Sie können sie kostenlos herunterladen und für jeden Zweck nutzen, auch für kommerzielle Projekte. Einige Länder haben eigene Regeln für Fotografien von Kunstwerken; prüfen Sie diese, wenn Sie außerhalb der USA veröffentlichen.

Quellen: Cornell University Library: Copyright Term and the Public Domain

So haben wir die berühmten Gemälde ausgewählt

Die berühmten Gemälde, die wir zeigen, sind die weltweit bekanntesten Gemälde des Manierismus, gemessen an der Zahl der Sprachen, in denen es einen Lexikonartikel über das jeweilige Werk gibt (Stand: November 2026). Kein Maler ist mit mehr als drei Werken vertreten; deshalb erscheinen El Grecos „Vision des heiligen Johannes“ und „Laokoon“ weiter unten in der Reihe zu El Greco, und wir nehmen nur Gemälde auf, über die es in mindestens zwei Sprachen einen Lexikonartikel gibt.

Wir berücksichtigen nur Gemälde, die unser Katalog, das besitzende Museum oder Wikidata dem Manierismus zuordnet. Tizians Werke gehören zur Renaissance; wir nehmen daher nur jene auf, die sowohl unser Katalog als auch Wikidata als manieristisch einordnen. Von Michelangelos „Jüngstem Gericht“ haben wir noch kein sauberes Bild des ganzen Werks, deshalb fehlt es; Holbeins „Gesandte“, die manche Quellen ebenfalls manieristisch nennen, gehören zur Renaissance nördlich der Alpen.

Daten, Maße und Standorte stammen aus den Unterlagen der Museen und aus Wikidata.

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